den Unterwesterwald schrieb, Er war es, der dann mit dem jetzigen energischen und zielbewußten Bürgermeister Wink, der auf unserer gutgelegten Grundlage weiterbaute, Rengsdorf auf eine solche Höhe als Kurort brachte, die die allgemeinste Anerkennung sogar der verwöhntesten Kurgäste findet.
Und als ich vor 22 Jahren die Weste rwälder Obstverwertungs- Genossenschaft unter dem hohen Protektorate des Fürsten Wilhelm zu Wied und der Königin Elisabeth von Rumänien gründete, da war er, außer den Fürstlichen Beamten, sowie dem Ortsvorsteher Anton Boden und Kunst- und Handelsgärtner Mathias Boden in Kurtscheid und dem Grafen Westerholt, mit Fritz Lindner einer der treuesten Freunde dieser großen Genossenschaft, deren Zweck es war, die Beeren, speziell die Heidelbeeren des Westerwaldes, besser und für die armen Bewohner des Westerwaldes nutzbringender zu verwerten.
Als Aufsichtsrat machte er wichtige Reisen mit mir, um die für den Fabrikbau nötigen Gelder zu erhalten. Ueberall war er mit Rat und Tat dabei. Und als nach Jahren die Fabrikation des Heidelbeerweines nach Neuwied verlegt wurde, war auch der Zweck der Genossenschaft erreicht. Die Heidelbeere war durch die Genossenschaft ein gesuchter Handelsartikel geworden und hatte den vierfachen Preis von früher erstiegen, was ja das Hauptziel der ganzen Genossenschaft war.
Für all das Große, was Andiee so gewirkt und das ich an zuständiger Stelle des öfteren mitgeteilt hatte, wären ihm im vergangenen Jahre, wenn das 25 jährige Jubiläum der Gründung des Kurortes hätte gefeiert werden können, mit dem rührigen und ganz in seinem Kurort aufgehenden Bürgermeister Wink große Ehrungen zuteil geworden. Gott hat es anders gewollt. Sein bescheidener und für die Menschheit hochherzig gesinnter Diener wird um so glänzender belohnt vom treuen Gott im schönen Himmel.
Köln, den 15. Juli 1917.
Prof. Schütz.
C. Die idyllische Lage von Rengsdorf.
Nachdem wir so in Kürze die Entstehung und den Weiteraufbau des Luftkurortes und der Sommerfrische Rengsdorf dargestellt haben (billige Sommerfrischen bilden heutzutage auch einen Teil der sozialen Frage), wollen wir nun auch kurz nach der Broschüre „Rengsdorf und seine Umgebung" dessen reizende, idyllische Lage schildern.
Wohl mit Recht kann man Rengsdorf wegen seiner geschützten und gesundheitlichen, aber auch wegen seiner eigenartig reizenden Lage das „Nizza des Westerwaldes" nennen.
Blauer Himmel, Silberquell,
Grünumkränzte Halde —
Märchenbild, so sonnig — hell!
„Rengsdorf auf dem Walde I 1- 28
