Gar still die Nacht! Man hört nur rauschen Den Fockenbach im Wiesental. Er murmelt wie vor tausend Jahren Und ruft's zur Burg so öd und kahl:.

Du Burg zerfielst zwar in Ruinen, Nur Taten dein sie dauern fort; Der Ritter Leiber hier vermodern, Doch Seelen freu'n sich ewig dort!

J. H. Schütz.

4. Kapitel.

Waldbreitbach.

Eingeschlossen von hohen Bergzügen liegt Waldbreitbach vor unseren Augen wie ein idyllisches St. Davos, da es etwas klimatisch Aehnliches wie dieser Schweizer Kurort durch seine geschützte Lage hat.

Waldbreitbach hat deswegen auch seit 2 Jahrzehnten die Augen der Mediziner und Provinzialverwaltung auf sich gelenkt, und es sind ringsum an seinen vor rauhen Winden geschützten Bergen Provinzial- und klösterliche Privat-Heilanstalten entstanden, die eine große Zug­kraft besitzen.

Und in katholischen Volkskreisen ist Waldbreitbach hauptsächlich durch seine Klostergründungen bekannt, da das ausgedehnte Marienhaus das Mutterhaus eines weitverzweigten Franziskanerinnen­ordens und der Riesenbau des St. Josephshauses in Hausen das Mutterhaus der so beliebten Franziskaner-Krankenbrüder ist. In der uralten- Kreuzkapelle am Wiedbach stand vor beinahe 60 Jahren die Wiege dieser beiden Ordensgenossenschaften, und der Schreiber dieser Zeilen hatte das Glück, noch mit den Gründern dieser so viel Segen spendenden Ordensgenossenschaften freundschaftlich zu verkehren.

Der heiligmäßige Pfarrer Gomm von Waldbreitbach war der erste Rektor und geistige Förderer dieser beiden jungen Pflanzungen im Garten Gottes, aus denen seither in vielen Diözesen Deutschlands und außerhalb Deutschlands neue segensreiche und herrlich blühende Anstalten für die kranken und ermüdeten und geistesumnachteten Menschenkinder hervorgingen.

A) Urgeschichte von Waldbreitbach.

Die erste geschichtliche Nachricht von unserem Lande, welches von der Wied durchflössen wird, gibt uns der römische Feldherr C. Julius Caesar in den Jahrbüchern über den Gallischen Krieg von 58 bis 51 vor Christus. Er fand auf der linken Rheinseite von der Mosel bis zur Ahr den mächtigen Volksstamm der Trevirer, ihnen gegenüber 164