im Jahre 1670 waren an allen 12 aufgezählten Ortschaften im ganzen nur 20 Häuser. (Aus dem „Geschichtlichen Atlas" von Dr. Wilhelm Fabricius, Bonn, Hermann Behrendt 1898).
Der Name „Honschaff hat verschiedene Auslegungen erfahren. Die einen leiten den Namen her von „Hö" = Waldstrecke von gewisser Gestaltung, Hone = hoch, Honschaft, Höhenschaft. Also Höhenschaften, wobei eine Waldstrecke gedacht ist. Diese Bedeutung kann nun nicht auf alle obigen 6 Honschaften zutreffen, da 3 Hon- schaften im Wiedbachtale liegen. Es kann also nur die zweite Ableitung auf unsere 6 Honschaften und damit auch auf Kurtscheid zutreffen: Honschaft = Hundertschaft, ein Ort mit 100 Seelen. Da Kurtscheid für sich allein schon eine Honschaft bildete, hatte es am Ausgang des Mittelalters also wenigstens 100 Einwohner, und war somit der größte Ort des ganzen Amtes Neuerburg.
Schon in der germanischen Zeit sind die Gauleute in eine Anzahl kleinerer persönlichen Verbände, Hundertschaften, gegliedert, die den Zwecken des Heer- und Gerichtswesens dienen. Die Hundertschaft bildet im Heere einen Heerverband. —
In der fränkischen Zeit gliederte sich „die Grafschaft in eine Anzahl von Hundertschaften, welche die Bedeutung räumlicher Bezirke gewonnen hatten." In den Hundertschaften ist der vom Volke gewählte Hundertvorsteher (centenarius, hunno) vielfach zu einem Unterbeamten des Grafen geworden." (Brunner, Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichte, 4. Aufl. S. 14, 63, 64). Nach „Benda, Geschichte der Stadt Cöln, S. 32" bildeten eine größere Anzahl von Höfen, ursprünglich 100, eine Hundertschaft oder „honschaft"; mehrere Honschaften machten einen Gau aus.
Im Jahre 1670 gehörte Kurtscheid zu 2 Staatsgebilden und 2 Kirchspielen. Der größere Teil des Ortes mit 380 Hektar Feld, Wiesen, Wald gehörte mit 13 Häusern zum Kurfürstentum Köln und zur Pfarrei Waldbreitbach (damals Dekanat Engers), der kleinere Teil mit 131 Hektar gehörte zur Grafschaft Wied und zum Kirchspiel Rengs- dorf, so daß nach Waldbreitbach und nach Rengsdorf auch der Zehnte bezahlt werden mußte. (Aus „Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz von Dr. Wilhelm Fabricius, Bonn, Hermann Behrendt 1913).
Nach dieser Abschweifung behufs Erklärung der mittelalterlichen Wortbegriffe —, die aber notwendig war, um die welterfahrene Klugheit seiner Bewohner zu verstehen und den Ort selbst als den größten Ort im Amte Neuerburg zur Zeit des Mittelalters und zu Beginn der neueren Zeit aufzufassen —, kehren wir zurück zur äußerst interessanten und lehrreichen Geschichte von Kurtscheid:
Die älteste Urkunde, die über Kurtscheid berichtet, ruht im Staatsarchiv zu Coblenz und hat vier mächtige Siegel. Diese Urkunde stammt aus dem Mai des Jahres 1235, wurde also vor beinahe 700 Jahren erlassen vom Grafen Heinrich, Edelherrn von Covern
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