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Pfarrei St. Matthias, Pfarrkirche St. Medard.

8. Die Pfarrei St. Matthias.

Sie wurde 1803 gebildet aus den Pfarreien St. Medard und St. Ger- man, ad undas (zum Hund").

DieKirche des heiligen Medard, die gelegen ist bei der Zelle des hl. Eucharius", ist sehr alt. Sie ist eine der Kirchen, welche Erzbischof Milo (717/53) so beraubte, daß sie kaum einen Geistlichen halten konnte. 1 ) Das Patronat über die Pfarrei besaß das Kloster wohl von Anfang an. Im Jahre 1147 wird vom Papst Eugen III. dem Kloster der Besitz der Villa s. Eucharius mit der Kirche bestätigt. 2 ) Um 1200 übertrug der Erzbischof Johannesdie Seelsorge der Kirche St. Me­dard" dem Abte des Klosters, d. h: er inkorporierte die Pfarrei dem Kloster mit der Auflage, daß der Abt einen tauglichen und ehrbaren Vikar an der Kirche anstelle und ihm ein anständiges Stipendium aus­werfe.' 1 ) Diese Inkorporation wurde im Jahre 1217 durch den Nach­folger Johanns Theoderich bestätigt, wobei St. Medard ausdrücklich als Pfarrkirche bezeichnet wird.") So wurde denn in Zukunft regel­mäßig ein Klostergeistlicher mit der Seelsorge der Pfarrei betraut. Da­durch wurde das Pfarrhaus der Pfarrei überflüssig, weil der Pfarrer im Kloster wohnte, und im Jahre 1464 bewilligte der Erzbischof, daß sechs Laienschwestern des Augustinerordens einziehen dürften in. das Pfarrhaus, die dem Abte des Mateisklosters unterstellt wurden. 5 ) Im Jahre 1585 waren diese Schwestern ganz verarmt und konnten ihr Leben im Pfarrhause nicht fortsetzen. Deswegen versetzte Erzbischof Johann von Schönenberg dieselben nach St. Agneten.")

Im Jahre 1466 wurde durch Paul II. die Pfarrei St. Medard dem Kloster einverleibt. 7 ) Zum Bezirke der Pfarrei rechneten die Vorstadt von St. Matthias, ein Teil von Feyen und einige Häuser von Heiligkreuz.

Die Visitationsprotokolle ergeben Folgendes R ): Im Jahre 1609: Patron ist der hl. Medardus, 240 Kommunikanten, inkorporiert der Abtei St. Matthias. Vikar ist Paulus Vass, geprüft und zugelassen, drei Altäre, drei Kelche, drei Monstranzen und einige Reliquien des hl. Medardus. Der Abt besitzt alle Zehnten. Der Vikar erhält vom Abte den Unterhalt und 16 Taler, von den Kirchenrechnern 10 Taler. Der Abt besorgt alles Notwendige für die Kirche. Die Opfergaben werden geteilt zwischen dem Abte und der Kirche. Der Abt ist ver­pflichtet zum Unterhalt der Kirche, mit Ausnahme des Turmes, der zur Last der Pfarrgemeinde steht. Die Fabrik hat 40 einfache Gulden. Der Pfarrer hält Gottesdienst an den einzelnen Sonntagen und zweimal in der Woche. Die Kirche ist entsprechend geziert. Im Jahre 1656: 76 Kommunikanten, Vikar ist P. Antonius, Profeß des Klosters.

Im Jahre 1759: Die Kirche ist in gutem Zustande. Die Schöffen klagen, daß eine zwiespältige Lehrerwahl erfolgt sei. Sie werden ans Generalvikariat verwiesen. Pfarrer im zweiten Jahre ist P. Peter

l ) Gesta 1. 72. ') MRUB. 1. 545.

3 ) MRUB. 2. 270. Vgl. Ebd. 206. ") Ebd. 3. 74. B ) Goerz S 219.

") Trier. Chronik 1829, S. 349; Hansen, S. 178.

7 ) TA. 15. 104. 8 ) TA. 15. 22.