Visitationsakten der Pfarrei St. Medard. 69
Sonntag, Profeß des Klosters. Zeitlicher Herr ist der Abt. Zur Pfarrei gehören St. Matthias, Medert, ein Teil von Feyen und einige Familien von Heiligkreuz. Eigentlicher Pfarrer ist der Abt, der aber stets sich einen Vikar bestellt auf einige Zeit. Ausgezeichnete Reliquien keine. Die Matthiasbruderschaft ist eingeführt, aber nicht dotiert. Bis 350 Kommunikanten.
Im Jahre 1763: Pfarrer ist der hochwürdige P. Quintinus Werner aus Trittenheim, Profeß des Klosters, der löblich wirkt. Verschiedene Reliquien sind würdig gehalten und auf dem Altare aufgestellt. Eine tragbare Pyxis ist vorhanden, wird aber in der Klosterkirche aufbewahrt zur Bequemlichkeit des Pfarrers. Eine Kapelle ist nicht vorhanden, außer der beim Krankenhaus zu Estricht, wo jede 14 Tage Messe gelesen wird. Der Schulmeister ist bestätigt, klagt aber, daß die Eltern ihre Kinder nicht schicken. Etwa 400 Kommunikanten. Dokumente, Register und Geld werden in der Kirchenkiste verwahrt, welche beim Pfarrer im Kloster aufbewahrt ist, zu der einen Schlüssel in Zukunft ein Sendschöffe haben wird. Im Jahre 1765: Pfarrer Andreas Welter, Profeß des Klosters. Der Pfarrer soll den Lehrer mahnen, daß er sein Amt besser versieht, und die Eltern, daß sie ihre Kinder besser zur Schule schicken. Im Jahre 1767: Pfarrer ist Johann Bapt. D'avis, Prozesse des Klosters. Etwa 400 Kommunikanten.
Im Jahre 1769: Die Kirche ist im ganzen restauriert. Die Bruderschaft des hl. Matthias ist ohne Dotation und ohne Verpflichtung. Viele Klagen über die Schule. Dem Lehrer wird gedroht mit Entlassung, wenn er sich nicht bessere, Strafe angedroht, wenn die Gemeindemitglieder nicht besser zur Schule schicken. Etwa 400 Kommunikanten. Kirchenrechnung wird gut vor dem Abte und den Sendschöffen abgelegt. Die Pfarreinkünfte fehlen, weil der Pfarrer Professe des Klosters ist. Im Jahre 1771: Der Lehrer hat die vorige Verordnung befolgt. Etwa 400 Kommunikanten. Im Jahre 1774: Lehrer Matthias Stockreiser versieht sein Amt gut. Etwa 450 Kommunikanten. °ie Fabrik besitzt 1800 Rtlr., eine Wiese und 12 Amphoren öl. 1776: 443 Kommunikanten, 1778: 460. Der Pfarrgpttesdienst wurde von 1794 a n in der Abteikirche gehalten, die 1803 endgültig der Pfarrei als ihre Kirche zugewiesen wurde. Als Pfarrhaus wurde zugleich das noch Peinlich neue Fremdenhaus des Klosters bestimmt. Die Pfarrkirche St Medard, zwischen der Saarstraße und der Mosel gelegen, welche vj er Altäre besaß, war wohl 700 Jahre alt, nun wurde sie um 900 Fr. an den Generalsekretär Zegowitz versteigert, der sie abreißen ließ bis au f einen kleinen Teil, der jetzt eine Kapelle darstellt.
Von der Pfarrkirche St. German ad undas („zum Hund" im j°lksmunde) wissen wir kaum etwas, als durch die Visitationsproto- k pUe. Sie lag oberhalb Medard links von der Straße, wo sie jetzt auf fner Brücke über die Eisenbahn führt. An dieser Kirche befand sich "n 13. Jahrhundert ein Frauenkloster. Erzbischof Heinrich II. (1260/86) Ver pflanzte diese Klosterfrauen in die Stadt nach dem jetzigen St. Ger- v «sius (S. 44).
