70 Visitationsprotokolle der Pfarrei St. German.
Die Visitationsprotokolle 1 ) enthalten folgende Angaben: Im Jahre 1609: Die Kirche steht unter dem Patronate der Äbtissin von Irminen, Patron der hl. Albanus, Pastor ist Herr Antonius Wiltz, Altarist im Dome, zwei Altäre, von denen einer erbrochen ist, ein Kelch. Die Äbtissin besitzt alle Zehnten, der Pastor hat ein halb Fuder Wein und drei Mit. Korn, geringe Stolgebühren, die der Arbeit nicht entsprechen. Meßwein muß der Pastor liefern. Die Äbtissin muß alles für die Kirche und ihre Ausstattung geben. Schiff und Turm sind baufällig. Die Ausschmückung der Kirche ist wertlos. Die Fabrik hat 7 einfache Gld. und 9 Quart Öl. Der Pfarrer hält Gottesdienst alle 14 Tage und an den Festtagen. Merzlich ist Filiale. Im Jahre 1656: Die Pfarrei wird bedient durch den Pater (Name unleserlich), Augustinerordens. Der Kirche droht der Einsturz; zur Wiederherstellung mit Ausnahme des Turmes ist die Äbtissin von Irminen verpflichtet, die alle Zehnten bezieht. Die Einkünfte sind der Aufzeichnung nicht wert.
Im Jahre 1763: Die Schöffen sprechen sich zufrieden über Leben und Amtsverwaltung des Pfarrers aus, aber die ganze Pfarrei klagt bitter, daß sie Sonntags nur eine einfache Messe habe ohne Katechese, sie bittet inständig um Hilfe in dieser Sache. Pfarrer ist Matthias Meckel aus Trier. Zur Pfarrei gehören Merzlich bei Karthaus, ein Teil von Feyen und einige Familien von Heiligkreuz. Patronatsrecht besitzt die Hoch würdigste Äbtissin von Irminen, die auch quasi parocha pri- mitiva ist, von welcher der zeitige Pastor aufgestellt ist, wie alle seine Vorgänger. Die Kirche ist in entsprechendem Zustande, im übrigen sehr arm. Die Ausschmückung der Kirche ist bei ihrer Armut entsprechend und das Notwendige vorhanden. Keine Reliquien. Das Ziborium ist von Kupfer, weder versilbert, noch weniger vergoldet. Die ewige Lampe brennt nicht immer wegen Mangel des Öles, das die Kirche nicht beschaffen kann, und die armen Pfarrgenossen wollen es auch nicht besorgen. Taufregister ist vorhanden, der Pfarrer wird das Kopulations- und Sterberegister anlegen.
Die Filialisten halten ihre Osterkommumon, aber die meisten kommen kaum im Jahre zur Kirche, teils aus Nachlässigkeit, teils weil sie unzufrieden sind, daß sie nur alle 14 Tage Stillmesse und Unterricht haben. Ein Schulmeister ist nicht vorhanden, man besucht die Schule in Konz oder in Medard, mehrere nirgendwo, da doch in jeder Pfarrei eine Schule sein soll, man bittet deswegen um eine Verordnung. Eine Hebamme ist nicht vorhanden, meist wendet man sich nach Konz oder Medard. 140 Kommunikanten. Kirchenrechnung hat kaum Zweck, da kaum 5 Rtlr. Einkünfte vorhanden sind, sie wird aber jährlich am 28. Mai abgehalten. Die Schriftstücke werden bei einem Schöffen verwahrt, da keine Kirchenkiste da ist. Der Pfarrer bezieht bloß 5 Mit. und 5 Scheffel Korn, da doch die Äbtissin von Irminen als Zehntherrin so viel zusammenrafft.
Im Jahre 1769: Pfarrer ist Jakob Meyer aus Trier, der Lehrer wird im Winter gemietet, etwa 120 Kommunikanten. Eine schriftliche _ ') TA. 6. 24.
