Visitationsprotokolle von Euren. 77
Visitationsprotokolle sind zahlreich vorhanden. 1 ) 1609 heißt es: 250 Kommunikanten, Patronatsrecht besitzt die Äbtissin von Agneten, Patron ist die hl. Helena, Pfarrer der Luxemburger Heinrich, investiert, vier Altäre, vier Kelche, eine Monstranz. Der Altar des hl. Michael, mit 2 Mltr. Korn dotiert, ist der Pfarrstelle inkorporiert. Die Äbtissin hat ein Drittel des Zehnten und gibt dem Pfarrer acht Malter. Derselbe hat noch aus Wittumsgütern zwei Malter Frucht und ein Fuder Wein. Vom kleinen Zehnten hat er zwei Taler und muß halten die generantia animalia. Das Notwendige in der Kirche besorgt die Fabrik. Es ist eine Kapelle der allerseligsten Jungfrau vorhanden „an der königlichen Straße", die früher in Niederkerich stand, eng genug, und werden zwei Messen gehalten an Maria Geburt und Kirchweih. Die Fabrik hat 18 Taler Einkünfte und genügend öl. Von einer Wochenmesse hat der Pfarrer zehn einfache Gulden.
Im Jahre 1641 heißt es: Ungefähr 146 Kommunikanten, Pfarrer Matthias Ferber, Vikar von St. Simeon. Die Äbtissin ist im Besitz eines Drittels des Zehnten, das Jakobsspital im Besitze der beiden anderen Drittel. Der Pfarrer hat ein Drittel des Zehnten in Niederkerich und in guten Jahren aus dem Wittum ein Fuder Wein und zwei Malter Korn. Die Fabrik hat jährlich an Einkünften ungefähr 96 einfache Gulden. Die Mahlzeiten der Schöffen, welche nach der Wahl gegeben zu werden pflegen, werden aufgehoben. Die Schöffen sollen eingedenk ihres Diensteides die verlorenen oder unsicheren Kirchenzinsen aufsuchen. Da man an Samstagen nach dem Mittag feiert in löblicher Gewohnheit, wird befohlen, daß man am folgenden Tage in der Frühe nicht knechtliche Arbeit verrichtet.
Im Jahre 1759: Alles in gutem Zustande, besonders die Jugend gut unterrichtet. Auch in den folgenden Visitationen wird der Schule Lob gespendet, die gewöhnlich vom Kaplan gehalten wird. Pfarrer ist Jakob Boor aus Freisen, keine Reliquien. Kaplan und Küster ist Nikolaus Feiten, approbiert. Die Filialisten in Niederkerich erkennen ihre Pfarrei an. Der Schullehrer versieht sein Amt gut, wie sich ergibt aus der Prüfung der Kinder und dem Zeugnisse der Schöffen. Ungefähr 300 Kommunikanten. Als Wittum werden drei Morgen Land und e in Weinberg zu VA Fuder Wein angegeben. Außerdem bezog der Pfarrer gemeinsam mit dem Küstef von jeder Familie l A Vierzel Korn. Es sind nur kupferne Gefäße vorhanden.
Im Jahre 1763: Der Pfarrer geht oft nach Trier, kehrt meist gut zurück, aber auch einige Mal nicht nüchtern, muß oft von dort zu Kranken gerufen werden. Die Pfarrei hat zwei Dörfer, Niederkerich Und Heresthai. Ein Kaplan ist nicht vorhanden. Ein neuer geprüfter Schullehrer ist da, zugleich Küster. Ungefähr 300 Kommunikanten. Die Kirchenrechnungen werden nach alter, nicht guter Art zu Martini gehalten. Es wird ein Erlaß der Behörde erbeten, daß sie in Zukunft ?uf bessere Art eingerichtet werden. Es sind schon drei silberne Kelche vorhanden.
l ) TA. 17/8. 74 ff.
