76 Das Zehntrecht zu Euren. Gehalt des Pfarrers.

die Kirche vom Feinde zerstört, aber auch wieder aufgebaut und 180-1 vergrößert und restauriert. Aber sie mußte nicht lange nachher ab­getragen werden, und die neue schöne gotische Kirche wurde gebaut und am 8. April 1882 von Bischof Korüm konsekriert. Vom Jahre 1609 bis zur französischen Revolution bestand die Einrichtung, daß die Äbtissin von Agneten das Chor, das Jakobsspital das Schiff, die Ge­meinde den Turm instand zu halten hatten. Im Jahre 1631 wurde durch einen heftigen Sturm der Helm vom Turme heruntergeworfen, und die Gemeinde mußte ihn wieder aufrichten, und 1647 errichtete das Agnetenkloster einen neuen Hochaltar. 1 )

Die Baupflicht des Jakobsspitals für das Schiff der Kirche kam 1750 zur Verhandlung beim Konsistorium und es wurde entschieden, daß dem Hospital diese Pflicht obliege, weil es Zehntherr sei (PR.).

Ende des 13. Jahrhunderts war Lehnsherr der Pfarrei der Graf von Luxemburg, wie er denn 72 Pfarrkirchen des Kurfürsten­tums Trier zu Lehen besaß als Vogt des Kurstaates.-) Als Unterlehns- herr galt 1299 der Ritter von Rulanth für das Patronatsrecht über die Pfarrei. Er schenkte dasselbe im genannten Jahre an das Kloster St. Agneten, um der Not des jungen Klosters aufzuhelfen, und Erz­bischof Boemund bestätigte diese Schenkung, inkorporierte die Pfarr­kirche dem Kloster und erlaubte, daß das Kloster bei dem Abgange des zeitigen Pfarrers Kuno von Rulanth die Pfarrei mit einem Vikare versah, dem es ein entsprechendes Gehalt anzuweisen hatte.'') Graf Heinrich von Luxemburg bestätigte 1304 diese Inkorporation. Im Jahre 1308 griff der Pfarrer Heinrich von Euren diese Inkorporation an, wurde aber vom Erzbischofe Balduin abgewiesen. Etwa hundert Jahre später (1394/457) besaßen verschiedene Laien den Zehnten von Euren, der eine ein Drittel, der andere ein Sechstel, der andere ein Zwölftel, der vierte einen nicht bestimmten Teil, und verkauften den Besitz.") Für ein Drittel des Zehnten wurden 1400 rheinische Gold­gulden gezahlt, für ein Sechstel 900 Mainzer Goldgulden. Die Inhaber des Zehnten waren die Ritter von Veitz und Manderscheid, die den Zehnten vom Herzogtum Luxemburg in Afteriehen besaßen. Die Ur­kunden über diese Käufe fanden sich im Archive des Jakobsspitales, ein Beweis dafür, daß dieses Spital später wenigstens einen Teil des Zehnten zu eigen hatte. Es besaß seit 1463 auch die Burg von Euren. 5 )

Im 14. Jahrhundert war der Pfarrer von Euren reich. Er war in der Taxa generalis um 1330°) eingeschätzt zu 3 Pfund 10 Schilling, während der Pfarrer von St. Gangolf in Trier nur 3 Pfund Steuer hatte, von Zewen nur 30 Schillinge und von Ehrang nur 22 Schillinge.

*) Chronik 1829 S. 354. 2 ) Brower 2. 180.

a ) MRR. 4. 2858, 2862, 2920, 2934. Die Urkunden sind gedruckt Hansen, Chronik der Diözese Trier 1829 S. 358.

4 ) Lager, Regesten der Urkunden des Jakobsspitals (Trier 1914) No. 81, 107, 157, 169, 170, 207.

6 ) Ebd. No. 215, 243, 388.

") B. 1. S. 130.