Visitationsprotokolle für Qutweiler. 81
Die Visitations Protokolle 1 ) besagen 1609: 42 Kommunikanten, die Pfarrei ist inkorporiert der Dekanei von St. Simeon, wird geleitet durch Matthias Reitzhardt, Altarist von St. Simeon. Patront sind der hl. Kosmas und Damianus. Drei Altäre, von denen zwei vor etwa 40 Jahren errichtet sind, der eine durch den adligen Heinrich vom Fels, der andere durch den hochwürdigen Elias Heimantz, Dekan von St. Simeon, noch nicht konsekriert und nicht dotiert. Ein Kelch, eine Monstranz. Der Herr Dekan besitzt den ganzen Zehnten, und gibt dem Vikare 18 Taler. Dieser hält jede 14 Tage Gottesdienst. Die Taufe wird gespendet in St. Simeon, wenn Gefahr im Verzuge ist in Morscheid. Das Opfer auf dem Altare empfängt der Vikar, im Opferstock der Dechant. Das Gelichte stellt die Gemeinde, das übrige Notwendige der Dechant, der auch zur Reparation der Kirche mit Ausnahme des Turmes verpflichtet ist. Sendschöffen sind nicht vorhanden, die-Fabrik hat 12 einfache Gulden Einkünfte. Der Kirchhof ist nicht verschlossen, es wird aber von den Pfarrgenossen gefordert, daß sie unter Strafe von 10 Goldgulden innerhalb eines Monats dem abhelfen. Es wird geklagt, daß der von altersher übliche Gottesdienst an den Quatembertagen nicht gehalten wird, trotzdem der Vikar die von altersher gelieferten Opfer in Getreide annimmt. Der Vikar verspricht, den Gottesdienst abzuhalten.
Im Jahre 1656: Kommunikanten 30. Vikar ist Colinus Pruerius, Dr. des kanonischen Rechtes und Kanonikus von St. Simeon. Zwei Kelche, einer von Silber und ein kupferner versilbert, ein kupfernes Ziborium und desgleichen Ölgefäße, alles vergoldet. Alle Zehnten werden zu gleichen Teilen geteilt zwischen Dekan und Vikar, der auch das ganze Opfer auf dem Altare und die Hälfte des Opfers aus dem Opferstock bezieht, aber nicht aus Pflicht, sondern nur aus Gnade des Dekans, da die Vorgänger des Dekans durch einen Weltpriester die Pfarrei verwalten ließen gegen ein Stipendium von 20 Reichstalern. Es steht dem Dekan frei, einen Vikar anzustellen und abzusetzen. Die Fabrik hat an Einkünften 15 Gulden, welche der Dekan an sich nimmt, um seine Ausgaben für Lasten und Paramente zu verringern, an öl zwei Quart, an Wachs nichts. Sie hat zwei Wiesen, von denen eine, bei Franzenheim gelegen, dem Küster überlassen ist für Salär, eine im Gutweiler Walde, voll Gesträuch, das entfernt und dann die Wiese verpachtet werden soll, zwei Sendschöffen.
Im Jahre 1769: Pfarrer ist Peter Simonis aus Kenn. Die Reliquien der hl. Kosmas und Damianus sind mit Authentiken versehen. Es fehlt die Tragpyxis, die aus den Mitteln der Fabrik angeschafft werden soll. Filialisten sind nur drei Häuser in Sommerau. Das Amt des Schullehrers versieht in diesem Jahre der Pastor, etwa 60 Kommunikanten Die Sendschöffen sind überzeugt, daß die Kirchenrechnung gut geführt wird, klagen aber, daß alles ohne sie gemacht wird; es soll so bleiben
Im Jahre 1771: Eine Tragpyxis, verbunden mit dem Gefäße für Krankenöl von Silber ist dieses Jahr angeschafft worden. Schullehrer
1 ) TA. 17/8. 79 ff.
Marx, Geschichte der Pfarreien. 2. Band. 6
