82 Geschichte von Outweiler im 19. Jahrhundert.
und Küster ist der Pfarrer, damit er besser seinen Lebensunterhalt gewinnt. Die Schöffen klagen wieder, daß sie nicht zur Kirchenrechnung zugezogen werden. Es wird verordnet, daß der Rechner vor dem Pastor und den Sendschöffen die Rechnung ablegen solle. Etwa 70 Kommunikanten. Da zur Sommerzeit viele Priester hier zusammenkommen und Messen gelesen werden, werden jährlich 2 Gld. aus der Fabrik zugewiesen für Meßwein. Im Jahre 1776: Der Taufbrunnen bedarf der Verzinnung, ist aber rein und verschlossen, der Schlüssel wird in der Sakristei aufbewahrt. Schullehrer ist der Vikar, ziemlich eifrig, Kommunikanten 84. Die Pfarreinkünfte betragen 16 Rtlr., der Vikar bezieht aus den gestifteten Messen 15 Rtlr., ein Fuder Heu, die Stolgebühren und einen Teil des Opfers. Weihbischof Nalbach stiftete 1748 Messen in der Pfarrkirche und Weihbischof Nikolaus von Hontheim — beide waren Dechanten von 'St. Simeon — sorgte 1760 für ein Pfarrhaus, unter der Bedingung, daß der Pfarrer in Gutweiler residieren und zugleich den Schulunterricht erteilen müsse, was von da an auch geschah.
Bei der neuen Umschreibung der Pfarreien im Jahre 1803 wurde die frühere Filiale von Irsch Korlingen Gutweiler zugesprochen. Eine neue Kirche wurde 1895 gebaut, indem die Zivilgemeinde 9600 Mk. aus ihrem Walde zuschoß und eine Kollekte bewilligt wurde. Die Kirchenfabrik war auch im 19. Jahrhundert arm, ihr Kapitalstock betrug 1815 2690 Rtlr., 1853 war er auf 7446 Mk. angewachsen, 1865 auf 8351, 1868 auf 11539, ging dann aber wieder zurück, 1891 auf 9527 und 1905 auf 1323 Mk. Als durch die französische Besitzergreifung des Landes der Zehnte abgeschafft worden war, bewilligte die Gemeinde dem Pfarrer 1803/4 5 Mltr. Korn, 5 Hafer, 1 Erbsen, 6 Kartoffeln, 6 Ztr. Heu und 16 Stroh. Im Jahre 1825 wurde dieses Zusatzgehalt erhöht auf 8 Mltr. Korn, 8 Hafer, 1 Heidekorn, 1 Erbsen, 10 Kartoffeln, 20 Ztr. Heu, 20 Stroh, 8 Wagen Holz und 28 Pfd. Werg. Im Jahre 1865 werden die Stolgebühren angegeben: Taufe 0,45 Mk., Kindesbegräbnis 0,90, große Leiche 6,90, Proklamationen 3,50, mit Trauung 6,10, Lesemesse 0,75, Amt 1,80 Mk. Die Kompetenz des Pfarrers wurde berechnet 1853 auf 1127 Mk., 1868 auf 1279, 1891 auf 1302, 1905 auf 1420 Mk. Im Jahre 1841 wurde das Stipendium der Stiftmessen von 6 Groschen auf 8 Groschen erhöht.
Das Pfarrhaus, 1760 errichtet, war klein und unscheinbar, und 1838, als Pfarrer Friedrich Scherr ernannt wurde, in schlechtem Zustande. Als Stadtkaplan von Trier hatte Scherr, ein unbesonnener Mann, eine bessere Pfarrei als Gutweiler erwartet und forderte ungestüm die Verbesserung des Pfarrhauses, und als das nicht werden wollte, zog er wiederholt nach Trier und verwaltete von dort aus die Pfarrei, indem er an Sonn- und Festtagen und an einzelnen Wochentagen nach Gutweiler kam. Er behauptete, er hole sich den Tod in dem schlechten Pfarrhaus und als die Bischöfliche Behörde im Jahre 1841, wo eine starke Krankheit in der Pfarrei herrschte, streng forderte, daß er in Gutweiler residiere, ließ er es bis zu seiner Suspension kom-
