Dekanat Konz, Allgemeines.. 117
kaltblütig „auf den Index" der Pfarreien des Dekanates Remich an der Obermosel, luxemburgischen Territoriums, dicht neben die Pfarrei Wasserliesch, gesetzt. Es erklärt sich dies daraus, daß Igel nicht bloß der Pfarrei Wasserliesch dicht benachbart ist, sondern ebenso wie diese luxemburgischen Territoriums ist und daher seine Landes Steuer nach Luxemburg zu zahlen hatte; für landessteuerliche Zwecke aber war jener Pfarreienindex aufgestellt worden. Pfarrei Konen gehörte naturgemäß, weil mit der Pfarrei Hamm zur Zeit im Pfarrverbande, in das Dekanat Merzig. Aber da versetzt ihr das Pfarrvisitationsproto- koll im Jahre 1570 einen Ruck, und es sitzt in dem weit entfernten Dekanate Perl an der Obermosel. 1 ) Am wenigsten „kapitelfest" erscheint das alte P 1 u w i g. Denn es kennt überhaupt keinen Dekanatskapitelssitz, man entdeckt es auf keinem Dekanatspfarreien-Verzeichnis, bis es endlich im Jahre 1769 auf der Pfarrliste des Landkapitels Merzig auftaucht. 2 ) Auch die bei der Diözesanreorganisation untergegangenen alten Pfarreien G u s t e r a t h und Ollmuth-Franzenheim sind nicht kapitelständig geblieben. Denn erstere ist aus ihrem alten Dekanate Wadrill ausgeschieden und im Jahre 1769 in das Dekanat Trier ausgewandert, letztere wollte das gleiche tun, es ist ihr aber nicht gestattet worden. 3 )
So wie der Dekanatssitz einer Pfarrei vor alters wechseln konnte, so auch die Dekanatswürde; denn diese war nicht an den Dekanatsamtssitz unzertrennlich gebunden. So begleiteten z. B. die Pfarrer Hermann und Fuchsius zu Konz nach dem Jahre 1750 die Würde des Dechanten von Merzig, der Pfarrer Müller zu Mesenich nach dem Jahre 1787 die Dekanats würde von Bitburg, und es war dieser, wie der letzte Pfarrer der Pfarrei Mesenich während der alten Diözese, so auch der letzte D e c h a n t des Landdekanates Bitburg unter dem letzten Erzbischofe und Kurfürsten zu Trier.
Am Schlüsse darf nicht unerwähnt bleiben, daß sechs unserer Pfarreien, nämlich: Igel, Langsur, Liersberg, Mesenich, Oberbillig, Wasserliesch bei der konkordatischen Diözesanreorganisation die Diözese Trier verlassen und in die neuumschriebene Diözese Metz auswandern mußten, während die übrigen sofort in die neugeschaffene Diözese Trier, welche sich mit dem französischen Departement der Saar deckte, aufgenommen wurden. Dies hatte seinen Grund in ihrer territorialen Lage, indem sie bei der Staatsumwälzung im Jahre 1794 in das Wälderdepartement Frankreichs gefallen waren. 4 ) Dieses Schicksal teilten mit ihnen noch 126 andere Pfarreien aus den drei Fremdregierungs-Dc'partements Frankreichs, nämlich den Departements: des Ardennes, des Forcts und de la Moselle. Zur „bequemern Hantierung des Verkehrs" mit dem Bistum ernannte der Bischof von Metz im Jahre 1804 den Pfarrer der damaligen St. Nikolaus-, jetzigen Kathedralkirche zu Luxemburg, Herrn Heinrich de Neunhaeuser, zu seinem „Provicarius Generalis" für die Pfarreien des Departement des Forcts, mit weitgehenden Vollmachten;
*) TA. 8, 75 u. 77. ») B. 1. 205. ») B. 1. 205. 208.
') Dorvaux, Anciens Pouilles du Diocese de Metz, S. 727.
