Die Pfarrei Hamm. 119
St. Paulin bei Trier, Dechant 1862—65; Pfarrer August Classen zu St. Laurentius in Trier, Dechant 1865—69;
4. Im Dekanat Hermeskeil für die ihm verbliebene Pfarrei Schöndorf von 1850/69: Pfarrer Peter Molz zu Hermeskeil, Dechant weiter von 1850—55; Pfarrer Emmerich Joseph Haas zu Schillingen, Dechant 3 855—69;
5. Im jetzigen Dekanate Konz seit seiner Errichtung: Pfarrer Matthias Schöben zu Konz, Dechant 1869—73; Pfarrer Joseph Klauk zu Oberemmel, Dechant 1874—79; Pfarrer Johann Nusbaum zu Konen, Dechant 1898—1907; Pfarrer Joseph Meurers zu Oberemmel, Dechant 1907—12; Pfr. Heinrich Schmitz zu Konz, Dechant 1912 bis jetzt 1923.
1. Pfarrei Hamm.
Das Alter der Ortschaften der jetzigen Pfarrei Hamm läßt sich wohl nicht bestimmen. Aber das läßt sich mit Bestimmtheit behaupten, daß die Flußschleife, welche die Saar bei Hamm bildet, und die Bergfelsen, welche Filzen benachbart sind, für die beiden Orte namengebend gewirkt haben. Flußschleifen wurden nämlich im Mittel- altei „hamm" genannt, erstens weil die Wurzel des Wortes „hamm" lautet: ham = biegen, krümmen, und zweitens, weil für unser deutsches Wort „Fels" im Althochdeutschen das Wort „felis, fils", im Mittelhochdeutschen das Wort „fils" und „vels" gebraucht wurde. In der Tat trug der Ort Filzen bei Trier im J. 1097 den Namen „Velse". 1 ) Der Ort Filzen war zur Zeit der Römerherrschaft nach Christi Geburt bereits besiedelt. Dies ergibt sich zweifellos aus den Auffindungen von Trümmern römischer Bauwerke im Walde ganz nahe bei Filzen.")
Die Entstehung der Pfarrei wird man vielleicht in die Zeit des-frühen Mittelalters setzen müssen, da die Abtei S. Mariae ad Martyres unterhalb Trier bereits im Jahre 1030 zu Filzen an der Saar einen Hof mit 5% Hufen Landes besaß 3 ), sedann die Abtei zu St. Maxi- min bei Trier im 12. Jahrhundert ebenfalls zu Filzen an der Saar für den Schiffstransport ihrer Frucht- und Weingefälle aus dem Saargebiet nach Trier eine Verladestation unterhielt. 1 ) Nun ist es aber erwiesen, daß die Klöster in alter Zeit von ihren Untertanen nicht bloß deren Dienste und Abgaben empfingen, sondern auch pflichtgemäß ihren Untertanen ständige Seelsorge angedeihen ließen überall dort, wo sie deren ständig verwendeten. Der ursprüngliche Sitz des Seelsorge- Postens der Pfarrei Hamm kann daher als zu Filzen befindlich angenommen werden, dies umsomehr, als im Jahre 1613 allem Anscheine n ach zu Hamm selbst noch kein Pfarrhaus vorhanden war r '), wohl aber, sicher schon im Jahre 1140 eine Kirche, welche der Abtei St. Maximin gehörte.")
Da Hammerfahr (die Fähre) im 13. Jahrhundert entstanden und als Burghaus erbaut worden sein soll, so vermuten andere ebendort
') Müller, Jahresbericht der Gesellschaft für nützliche Forschungen Jahrg. lQfjg, gedruckt 1910, II. S. 73 ff. 2 ) Provinzial-Museum zu Trier.
*) MRUB. 1. 302. ") Lamprcchi, Deutsches Wirtschaftsleben, II. S. 165. r ') DA. BB. Domdech. Nr. 278. °) MRUB. 1. 516.
