Hamm, fremde Besitzungen, Schule. 129

dert vorher am vierten Sonntage im Oktober, an den Tagen der heiligen Hubertus, Nikolaus, Sebastianus und an Maria Opferung Gottesdienst darin gehalten zu werden. Im Jahre 1659 wird über Versäumnis der hl. Messe, Verrichtung knechtlicher Arbeiten an den Sonntagen und über Versäumnis der Christenlehre ernste Klage geführt. 1 ) Ein bedenk­liches Licht auf die religiös-sittlichen Zustände der damaligen Zeit wirft auch die Tatsache, daß drei Einwohner aus Filzen der Teilnahme am Unfug der Hexerei sich müssen anklagen und wegen derselben zu Irsch, bzw. Saarburg hinrichten lassen.') Tadel verdient es gleichfalls, daß im Jahre 1659 der Kirchhof verwahrlost und dem Eindringen des Dorf­viehes offen war. Die Visitationsberichte des vorigen Jahrhunderts reden doch eine bessere Sprache, indem einesteils der Fleiß und die Sparsamkeit, andernteils der allgemeine sittliche Zustand als tadellos bezeichnet wird. Der Bericht im Jahre 1868 bemerkt u. a. die gewiß ehrende Erscheinung, daß „Tänze fast niemals" stattfinden.

Landgüter und Gefälle besaßen in der Vorzeit folgende aus­wärtige weit- und kloster geistliche Anstalten :

1. Zu Hamm: besaß im Jahre 1725 die Benediktinerabtei St. Maxi min zu Trier ein Ackerfeld, groß l 1 /« Morgen, der Domdechant ein Ackerfeld, groß 120 Ruten, das Johannisspitälchen zu Trier einen Wein­berg mit 6069 Weinstöcken.'') 2. Zu Filzen: besaß der Abt von St. Ma­ximin von altersher 66 Weinberge und eine Wiese; diese Wiese hatte den Namen „die eptie" (abteiliche Wiese). Im Jahre 1725 werden als eigen der Maximiner-Abtei aufgeführt 16399 Weinstöcke und ein Gar­ten, groß l x h Morgen; die Abtei St. Mariae ad Martyres unterhalb Trier ein reiches Hofgut, wie bereits zu Eingang mitgeteilt wurde. Dem Domstifte zu Trier waren schon vor dem 12. Jahrhundert Frucht- und Weingcfälle aus Filzen vermacht worden. Adelige Geschlechter aus dem Laienstande waren nie innerhalb der Pfarrei begütert. 4 )

Einer Schule begegnen wir zum ersten Male im Jahre 1732, aber sie besitzt kein eigenes ScBulhaus.*) Im Jahre 1739 wollen die Parochia- nen ein solches bauen, aber es bleibt bei dieser Erklärung. Doch wozu auch ein Schulhaus, wenn der Lehrer alle zwei Jahre abwechselnd in Hamm-Filzen, dann in Konen wohnen sollte! 6 ) Da derselbe nicht in Hamm, sondern wegen der größeren Kinderzahl in Filzen residierte, so ergab sich daraus, daß er zugleich Küster war, für den Pastor der be­klagenswerte und von ihm wirklich beklagte Übelstand, daß er bei sei­nen Krankenversehgängen nach Filzen häufig keinen Begleiter, wie auch für die hl. Messe keinen Meßdiener hatte. Im Jahre 1791 führen die Einwohner zu Filzen wieder Klage, daß der Küster-Lehrer die Kinder nach Hamm mitnehme, und sie deshalb in Furcht sind, daß das Schul- liaus, welches immer noch nicht erbaut war, schließlich zu Hamm müsse erbaut werden. Dazu wollen sie nicht beitragen helfen, sondern sich

') VA. 2 ) Tr. Chronik von Dr. Kentenich u. Lager, I. 150, ff.

') KSA. Kellnerei Saarburg, No. 206. ") KSA. ebd. und TA. 8, 84.

6 ) PR. No. 7. , e ) VA.

Marx, Geschichte der Pfarreien. 2. Band. s