Alte Pfarrei Wasserliesch, fremde Besitzungen. 293

Ende des 18. Jahrhunderts, wenigstens teilweise, dort aufrecht. Schon vor 1092 war dieselbe zu einem Viertel beteiligt an der Burg zu Reinig (dieselbe stand wohl in dem Flurdistrikt unmittelbar östlich an Reinig und das Moselufer anstoßend, welcher Distrikt heute noch den Namen In der Burg" trägt), und zu einem Viertel aller Einkünfte, auch des Zehnten, welche die damaligen Inhaber des weltlichen Herrschafts­gebietes von Reinig (umfassend die Orte Reinig, Wasserliesch, Konen, Igel, Liersberg) zu beziehen hatten. So ließ sich 1486 der Abt von St. Maximin, als Nachfolger des Ritters Herrn Erhardt von Gymnich, Herrn zu Berburg, auf dem Kirchhofe zu Wasserliesch von allen Unter­tanen des Jurisdiktionsbezirks Reinig die zeitgemäße und regelrechte Huldigung auch für seine Person darbringenals rechter Herr eines Viertels des Schlosses und der Herrlichkeit zu Reinig mit Zubehör." J ) Zu den klösterlichen Begüterten in der Pfarrei Wasserliesch gehörte seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch die Karthause St. Alban bei Trier, Ende desselben Jahrhunderts verlegt nach Merzlich unweit Wasserliesch. Diese deklarierte 1766, kraft kaiserlicher Verordnung Maria Theresias von Österreich, einen Besitz zu Wasserliesch von einer Mühle, einem Haus,'einer Bann- oder Zwangmühle, von über 33 Morgen Acker-, über drei Morgen Wein-, über acht Morgen Garten- und Baum­garten-, über drei Morgen Wiesen-, über 290 Morgen Wald- und Heckenland undEin Kanton der Sauren Wiesen.". Sie zählt zu ihrem Besitztum auch dasFahr" (Fähre) und die Burg zu Reinig, welche damals nurein verfallen haus" war; in dieser Burg hatte 1440 Graf Ulrich von Manderscheid im Kampfe mit der Stadt Trier sich verschanzt, so daß die Burg damals noch eine gute Festung bildete. Die genannten Güter zu Wasserliesch waren der Karthause verpfändet worden seitens der Herren Grafen von Crichingen (an der deutschen Nied in Loth­ringen). Den bisher genannten geistlichen Besitzern zu Wasserliesch gesellen sich noch hinzu: die trierische Domküsterei, das Noviziatshaus der Jesuiten in Trier, das St. Paulinstift bei Trier, das Banthusseminar am Dom zu Trier, das adelige Damenstift der Klarissen zu Echternach, das adelige Damenstift St. Irminen zu Trier wegen einer Fruchtrente aus einer Mühle zu Wasserliesch, endlichIhro Hochfürstliche Durch­laucht und Gnaden" von Trier. 2 )

Unter den auswärtigen Begüterten zu Wasserliesch ist aber auch der weltliche Adel gut vertreten. So gehen den Herren von Crichingen, die eben als die Pfandleiher der Karthause genannt wurden, vorher die adeligen Herren derer von Rollingen (Raville in Lothringen). Theodor von Rollingen, Erbmarschall des Landes Luxemburg und Archidiakon zu Trier, sowie seine verheiratete Schwester Irmengard beerben 1548 die Gebrüder Georg und Wirich, Herren von Crichingen und Pittingen, unter anderm auch mit dem Schloß (Burg) zu Reinig:') Zu nennen sind

l ) TSA. 297, XI. u. XIII. a ) KSA. Herzgt. Luxemburg, Nr. 184 II. 3 ) Publicat. de la Section Hist. de Luxemb. 47, S. 83.