Archidiakonät, Rechte und Reihenfolge. 303
oder Archidiakonal-Kommissars finden sich nicht viele Spuren. Wohl meistens, ausgenommen im 16. und auch im 17. Jahrhundert, als die weltlichen Herren sich kirchliche Rechte angemaßt hatten, wurde der Archidiakon für die I n v e s t i t u r in Anspruch genommen, und der Erzbischof verlangte seine Zustimmung bei Veräußerung oder Veränderung kirchlicher Rechte,, aber das Visitationsrecht wurde von ihm, soweit die Akten noch vorhanden sind, selten geübt. Im 16. Jahrhundert rechtfertigen sich die Pfarrer auf dem Kapitel für ihr ungebührliches Benehmen mit der Entschuldigung, der Archidiakon habe seit 26 Jahren noch keine Visitation in ihren Pfarreien gehalten. Im 17. Jahrhundert zog der Offizial von Koblenz den Archidiakonal- kommissar zu Visitationen heran. In zwei Fällen tritt P. Martin von Kochern als Visitator, jedenfalls vom Offizial deputiert, auf. Als das Archidiakonät versagte, legte der Erzbischof die kirchliche Ortsaufsicht, und zwar mit großem Erfolg, in die Hände des Landdechanten.
Der Archidiakon übte sein Amt aber noch bis zuletzt bei Dechantenwahlen aus, indem er den Wahltag anordnete und die Wahl leitete. Dafür bezog er dann die hohen Sportein. Als das Salz schal geworden, warf der Herr es weg.
Reihenfolge der Archidiakone tit. S. Lubentii.
924 Bernold; 1017—52 Folmar; 1052—75 Arnolph; 1083—1119 Rambert; 1124—35 Godfried; 1135—63 Alexander; 1163—90 Godinus de Fallemagne; 1190—1210 Albero; 1211—17 Johann v. Ruthecke; 1217—59 Arnold v. Isenburg; 1262—65 Wirich (v. Walcourt?); 1267—88 Gerhard v. Eppenstein; 1290—1328 Godfried v. Eppenstein; 1329—51 Robin I. v. Isenburg; 1353—54 Boemund v. Saarbrücken.; 1356—60 Robin II. v. Isenburg. 1363 Johann v. Bubenheim; 1370—85 Theoderich v. Güls; 1390 Werner v. d. Leyen; 1393—1423 Kuno Raugraf v. Neuen- Boimburg; 1426—35 Werner v. d. Leyen; 1435—55 Adam Foil v. Irm- traud; 1455—73 Johann Bayer v. Boppard; 1476—98 Theoderich v. Stein; 1499—1506 Damian v. Helmstatt; 1507—16 Johann v. Aldersbach; 1516—19 Jakob v. Eltz; 1519—23 Otto v. Breitbach; 1523 Philipp v. Rollingen; 1531—33 Georg v. Kriechingen; 1534—48 Theoderich I. v. Rollingen; 1548—51 Eberhard Graf v. Manderscheid; 1551—72 Georg jr. Graf v. Sayn-Wittgenstein; 1572—1601 Heinrich v. Nassau; 1601—02 Theoderich II. v. Rollingen; 1604—10 Adolph Quad v. Buschfeld; 1610 J. Wilhelm Huysmann v. Namedy; 1614—23 Theoderich v. Horst; 1623—27 Georg Wolfgang v. Kesselstatt; 1627—50 Hugo Eberhard Graf Cratz v. Scharfenstein; 1654—63 Karl Heinrich Frh. v. Metternich-Winneburg; 1663—79 J. Philipp v. Walderdorff; 1679 Franz v. Horst; 1680—82 J. Wilhelm v. Gymmich in Fischel; 1683—98 Adolph Wilhelm Quad v. Buschfeld; 1699—1712 Lothar Adolph Edmund v. Kesselstatt; 1712 Karl Joseph Lothar Schente v. Schmittburg; 1714—16 Franz Damian.v. Eltz; 1718—54 Anselm Franz Ernst v. Warsberg; 1760—73 J. Wilhelm v. Greiffenklau; 1773—79 Karl Emmerich
