302 Amtshandlungen Trierer Erzbischöfe, Archidiakonat Dietkirchen.

halbenwegs von Frankfurt über Gießen nach Betzdorf an der Sieg durch das Mittelalter steht nur in Frage bezüglich Limburgs, auf welches auch Mainz Anspruch machte. Im übrigen aber haben die Trierer Bischöfe in diesem Gebiete bischöfliche Handlungen vor dem 11. Jahrhundert geübt. Erzbischof Hetti erbittet sich um 836 von Ein- hard Reliquien zur Einweihung seiner zu Vallendar soeben er­bauten Kirche. 1 ) Erzbischof Tietgaud beschreibt zwischen 847 und 62 die Pfarrgrenzen von Rengeresdorf (Rengsdorf). 2 ) Erzbischof Bertulf weiht vor 883 auf Bitten des Abtes Waldo die Kirche zu Ros­bach. 8 ) Derselbe weiht 879 auch die Stiftskirche St. Severus zu Gemünden im Amte Rennerod.') Erzbischof Ruotbert (93149) weiht die Holzkirche in Montabaur, beschreibt ihren Zehntbezirk und schenkt sie dem St. Florinsstift zu Koblenz. 5 ) Dasselbe tut Erzbischof Heinrich 959 mit der Steinkirche daselbst. 6 ) Erzbischof Eberhard weiht 1048 die Kirche zu H e i g e r. 7 )

Über das jus Dioecesanum Trevirense auf der rechten Rheinseite oder die Frage: Wer war Diözesanbischof von Limburg? stellt Corden in seiner Hist. dipl. Limburg I. Periodo II. Sectio III. gegenüber Brower I. 13 p. 12, der zum Jahre 1115 eine unsichere Antwort gibt, und gegen­über Hontheim I. 258 und 615 und Würdtwein, Diöz. Mogunt. III. 15, die Limburg erst später zur Diözese Trier gelangen lassen, die sichere, anfangs ihm selbst erst zweifelhafte Behauptung auf, Limburg habe von Anfang an zu Trier gehört.

Kapitel III. Das Archidiakonat fit. St. Lubentii zu Dietkirchen.

Dasselbe hatte seinen Sitz bei der uralten trierischen Stiftskirche i St. Lubentii, oberhalb Limburg a. L. Es begriff, wenige rechtsrheinische Pfarreien gegenüber Boppard ausgenommen, den ganzen rechts­rheinischen Teil der Trierer Provinz, also den Niederlahn-, Engers-, Erdeche-, Haiger- und Einrichgau, oder jetzt das ganze mittlere und nördliche Nassau, die preußischen Kreise Neuwied und Wetzlar fast ganz, Altenkirchen und Siegen zum Teil. 8 )

Unter den fünf Trierer Archidiakonaten stand es im Range gleich hinter demjenigen St. Petri, Trier, und vor den übrigen. Der Dietkirchener Archidiakon belehnte als Vasallen die Grafen von Wied und Westerburg, nahm ihren Treueid entgegen, verlieh alle Stiftsherrenstellen im Kapitels­monat, die Plebanie in jedem Monat und bestätigte die Wahl des Stifts­dekans, nachdem ein bischöflicher Kommissar diese Wahl geleitet hatte. 9 ) Das Archidiakonat Dietkirchen umfaßte sechs Landkapitel; sein Alter läßt sich bis 924 nachweisen. Von einer Tätigkeit des Archidiakons

*) Hampe, im neuen Archiv. 21. 629; Buchner, Einhards Leben, 1922. S. 391. 2 ) MRR. 1. 636. 3 ) Ebd. 1.676. ") Ebd. 1. 715. 6 ) Ebd. 1. 942. ») Ebd. 1. 970. 7 ) Ebd. 1. 1319. 8 ) MRUB. 2. 147. 9 ) Brower, Metropolis, 2. 102.