St. Willibrordus im Engersgau. 301

weilig mit Bonifatius seit 719 an der Bekehrung der Friesen und beschloß sein tatenreiches Leben zu Echternach im Jahre 739. Von ihm meldet das 1917 revidierte Trierer Brevier zum 7. November, er habe die benachbarten Provinzen Germaniens (also Unterstift Trier und Rheingegend) mit dem evangelischen Lichte durchströmt und unzähliges Volk zu Christus bekehrt, zu Echternach ein klösterliches Leben geführt und während seines dortigen Aufenthaltes für die von Erzbischof Milo schlecht verwaltete Trierer Kirche Sorge getragen und sie in Glauben und Frömmigkeit erhalten. Ähnlich berichtet Brower. 1 ) Wie weit Germanien in den Bereich seiner Wirksamkeit kam, ist noch nicht genügend aufgehellt.

Für seine Wirksamkeit am Rheine sprechen mehrere Momente: 1. Bonifatius, sein Missionsgenosse, zieht mit dem königlichen Enkel Gregorius von Echternach über den Rhein, durchreitet den Engersgau und predigt den Bewohnern der Nister, weil er am Rheine das Volk im ganzen schon christlich gefunden haben muß. 2. Wenn dessen Nachfolger Lullus als Erzbischof von Mainz die Kapellen in Güls, Rübenach und Andernach dem König Karl für das Kloster Hers­feld 775 übergibt 2 ), so geschah das wohl, weil diese Kapellen von den englischen Missionären errichtet waren, welche Pipin in Schutz nahm, ohne die Diözesanzugehörigkeit zu bestreiten. 3. Nach der Pipin'schen Regel wird auch Engers an Willibrords Kirche in Utrecht gelangt sein, da wir 1209 die Marienkirche von Utrecht im Mitbesitz der Engerser Kirche finden. 3 ) 4. Einer der drei Haupthöfe in Bendorf, einer früheren Filiale von Engers, hieß der Klemenshof. Willi­brordus wurde bei seiner Bischofsweihe 695 Klemens umbenannt.

5. St. Klemens war 1466 der Flauptpatron der Bendorfer Pfarrkirche.")

6. Ganz nahe bei Engers war der Sitz des Engerser Gaugerichts. Für einen Missionar war dort der passendste Platz, in den Gau die neue frohe Botschaft zu tragen. An der damit verbundenen heidnischen Opferstätte erhob sich darum auch eine Kapelle, welche als alte 1117 bezeugt ist und später uns als Johannes-Kapelle bekannt wird. 7. Bei dieser Kapelle muß zu Willibrords Zeit ein Kloster entstanden sein, denn zwei Kaiserurkunden des 16. Jahrhunderts enthalten die Angabe, daß das Kloster Rommersdorf von Benediktinern vor 800 Jahren gegründet sei. Dieselbe Abtei Rommersdorf ließ deshalb auch eine Hauskapelle zu Koblenz zu Ehren des hl. Willibrordus weihen. 0 ) 8. Auch gab es im Engersgau zu Winden eine Willibrorduskirche.

Diese Reihe Gründe zusammengenommen lassen die Ansicht als stichhaltig erscheinen, daß Willibrordus hier am Rheine und speziell im Engersgau gewirkt hat, und daß er diese Tätigkeit im Namen der Trierer Bischöfe ausgeübt hat.

Die Zugehörigkeit der rechten Rheinseite zur Erzdiözese Trier von Lorchhausen bis Casbach und landeinwärts bis etwa an die Bahnlinie

l ) Annal. Trev. 1. 364. =) MRR. 1. 242. 3 ) MRUB. 2. 251. 4 ) Qörz, 224. 5 ) Rommersdorfer Register.