306 Dekanat Engers, Aussonderungen, Einteilung, Versammlungen.
und das aus einer Klosterkirche zur Pfarrei entwickelte St. Katharinen bei Linz. Die Pfarrei Wetzlar kam 1817 quoad synodum zum Kapitel Engers. Die nach 1800 an der Sieg und auf dem Westerwald entstandenen Pfarreien und Vikarien werden hier nicht weiter in Betracht gezogen.
d) Aussonderungen. Infolge des Reichsdeputationshaupt- schlusses und gemäß der Bulle Papst Pius' VII. „Provida solersque" von 1821, bezw. dem Vollzugsdekret der drei päpstlichen Subdelegierten von 1827 schieden aus dem Kapitel Engers aus und wurden der neuerrichteten Diözese Limburg zugewiesen: Arzbach, Breitenau, Harten- fels, Heiligenroth, Helferskirchen, Herschbach, Hillscheid, Höhr, Kirchehr, Marienrachdorf, Montabaur mit Holler, Nauort, Niederlahnstein, Nievern, Oberelbert, Oberlahnstein, Ransbach, Spieß-Ems, Winden und Wirges. 1 )
Im Jahre 1869 wurde aus etwa der Hälfte des Kapitels Engers ein neues Dekanat Kirchen gebildet aus den Pfarreien Dierdorf, Großmaischeid, Horhausen, Isenburg, Neustadt, Peterslahr, Waldbreitbach, Betzdorf, Fischbach, Gebhardshain, Herdorf, Kirchen, Mudersbach und Wetzlar.
e) Einteilung des Kapitels. Von 1660/810 war das Kapitel in zwei Definitionen, einen Rhein- und einen Waldtrakt eingeteilt, dann auf Anordnung des General-Vikariats in drei, und 1815 wegen Abtrennung des nassauischen Gebietes wieder nur zwei. Entsprechend der politischen preußischen Organisation im Kreise teilte Bischof von Hommer das Dekanat in fünf Definitionen und nach Ausscheidung des Kapitels Kirchen 1869 Bischof Eberhard das heutige Dekanat Engers in eine obere und untere Definition.
f) Versammlungen des Kapitels. Das Generalkapitel fand in der Regel am Dienstag nach Weißensonntag statt in der Zeit von 1661/846, nur 1797, 1798, 1801, 1814 und 1816 fiel es wegen Krieg und 1830 und 1842 aus unbekannten Gründen aus. Der Versammlungsort war von 1660/896 immer Engers, aber wegen der Pest 1667/70 und 1706 zu Vallendar, 1885 zu Irlich, 1886 zu Horchheim und seit 1897 am Sitz des jeweiligen Dechanten. In neuester Zeit wurde das Kapitel am Montag nach Trinitatis gehalten. Es begann mit einem feierlichen Hochamt, während dessen vor 1800 ein im vorhergehenden Jahre bestimmter Pfarrer eine lateinische Predigt hielt. Die Teilnahme war vorgeschrieben für alle Pfarrer, auch die aus dem Regularklerus, seit 1711 auch für die Vizekuraten und Vikare. Zwar sträubten sich eine Zeitlang die Klostergeistlichen dagegen, wurden aber durch die Verweigerung der hl. Öle zum Gehorsam gezwungen. Nach dem Gottesdienst wurden die Ausweisdokumente geprüft, die Anwesenheit der Kapitulare festgestellt, die Gebühren für die hl. Öle und das Mittagsmahl gehoben, etwa nötige Neuwahlen von Dechant, Definitoren, Camerarii und Sekretär vorgenommen, Verordnungen der geistlichen Obern verlesen, schwierige
l ) Schematismus der Diözese Limburg 1863, S. 1 u. 168.
