Dekanat Engers, Neueinteilung der Definitionen, General-Vikariat. 311
Im Jahre 1810 errichtete das Bischöfliche Generalvikariat mit Rücksicht auf die große Zahl der Pfarreien eine dritte Definition. Gewählt wurden als Definitoren J. Schlauß, Pfarrer in Helferskirchen 1810—16; J. P. Brach, Pastor in Niederberg 1810—26; Jakob Aloys Kilian, Pastor in Maischeidt 1810—25.
Nach der Neuordnung der Diözese Trier wurde auch das Kapitel Engers neugeordnet und in fünf Definitionen entsprechend den politischen Kreisen 1826 eingeteilt. ,.
Erste Definition (Kreis Koblenz): 1826—40 Christ. Neukirch, Pastor in Heimbach; 1841—43 vakat; 1843—52 Michael Neureuter, Pastor in Bendorf; 1852—60 Dominik Geschwind, Pastor in Tal Ehren- breitstein; 1860—69 J. Urban Hörn, Pastor in Heimbach.
Zweite Definition (Kreis Linz): 1826—341 Dan. Klein, Pastor in Hönningen; 1834—50 f, J- P. Bergmann, Pastor in Rheinbrohl; 1852 bis 69 Dan. Klein, Pastor in Hönningen.
Seit der Neubildung des Dekanats Kirchen 1869 umfaßt das Dekanat Engers nur eine obere und eine untere Definition; deren einer immer der ihr angehörige Dechant vorsteht.
Die jüngsten Definitoren sind: 1869—86 Ferdinand W. Gustav Halm, Pastor in Irlich; 1887—1901 Wilhelm Radermacher, Pastor in Neuwied; 1902—1909 Karl Maria Dethier, Pastor in Linz; 1909—13 Jakob Bayer, Pastor in Engers.
Kapitel V.
Das rechtsrheinische General-Vikariat.
Der letzte Erzbischof Klemens Wenzeslaus behielt den rechtsrheinischen Teil seines Sprengeis noch bis 1812 unter seiner Verwaltung. Im neugebildeten Herzogtum Nassau übte der Trierer Generalvikar Joseph Ludwig Beck, früher Pastor von Kempenich, ein Febronianer vom Kopf bis zum Fuß, die Jurisdiktion von Limburg aus zunächst bis zum Tode des Erzbischofs (1812). In diesem Jahre schuf Primas Dalberg ein eigenes Vikariat für Nassau, zu dem auch die ehemals trierischen Pfarreien gehörten, die unter der staatlichen Leitung für Kirchensachen von einem abgefallenen Oberkirchen- und Schulrat Koch standen, der die Religionsmengerei in großem Stil betrieb. Als nun 1815 ein Teil der Pfarreien zu Preußen kam, war man bedacht, für sie ein apostolisches Vikariat mit dem Sitze in Ehrenbreitstein einzurichten, welches Ludwig Joseph Aloys v. Hommer, seit 1787 Generalvikariats-Sekretär und seit 1802 Pastor von Ehrenbreitstein, von 1816 bis zu seiner Ernennung als Trierer Bischof 1824 verwaltete. Am. 9. Oktober 1816 zeigt er den Geistlichen im preußischen Teile des rechten Rheinufers an, daß das Trierer Domkapitel ihn zum Generalvikar und den Kanonikus J. G od- f r i e d v. Speicher zu St. Kastor zu seinem Sekretär erwählt habe. Am 17. Dezember 1816 erteilte ihm Papst Pius VII. die nötigen Fakultäten als apostolischer Vikar. Am 29. Juli 1824 aber eröffnet ihm
