322 Dekanat Engers, neue Klöster und Missionsanstalten.

der Lehre Christi auch inbezug der evangelischen Räte; sie pflegten wieder den katholischen Geist im Familienleben unter der Leitung der Bischöfe und Priester. Und siehe, wie nach Frost und Schnee die braune Wiese sich mit üppigem Grün färbt, so geschah das Wunderbare im Gebiete des ehemaligen Dekanates Engers. Fünf neue, nicht bloß Klöster, sondern Mutterhäuser entstanden innerhalb dieses kleinen Raumes, das der „Armen Dienstmägde Christi" 1851 zu Dernbach bei Montabaur, das der Franziskanerinnen Dritten Ordens 1863 zu Waldbreitbach, das der Barmherzigen Brüder 1861 zu Mon­tabaur und 1863 zu H a u s e n bei Waldbreitbach, und das der Dominikanerinnen 1862 zu Arenberg bei Ehrenbreitstein. Gottes Segen ruhte auf ihnen allen. Über die Grenzen des Dekanates, der Diözesen und des Landes haben sie sich ausgebreitet. Wir finden im alten Dekanat Engers Dernbacher Schwestern seit 1865 zu Horchheim, seit 1905 in Pfaffendorf, seit 1862 in Sayn, seit 1863 in Rheinbrohl, seit 1865 in Hönningen, ferner in Niederlahnstein, Monta­baur, Wirges. Wir sehen Waldbreitbacher Schwestern in Bendorf seit 1867, in Engers seit 1868, in Neuwied seit 1867 resp. 1901, in Neustadt seit 1891. Krankenbrüder von Waldbreitbach sind tätig dort seit 1863, in Linz seit 1867, Dominikanerinnen zu Arenberg seit 1862, im Caritashaus daselbst seit 1910.

Außer diesen von einheimischen Mutterhäusern gegründeten Filialen gibt es aber im Bezirk noch andere von auswärtigen errichtete. Franziskaner innen aus Heyd hausen sind tätig seit 1854 im höheren Schulfach und im Hospital seit 1867 zu Linz. Auch Kapuzinerinnen der ewigen Anbetung von Mainz haben 1903 in Pfaffendorf sich niedergelassen. Am frühesten noch sind die Borro- mäerinnen aus Trier in das Dekanat Engers eingetreten, um zuerst zu Ehrenbreitstein 1850 und zu Vallendar 1852 im Spital Kranke zu pflegen, 1889 in der Marienburg zu Vallendar praktischem Unterricht des Frauengeschlechtes sich zu widmen und 1879 kranken Soldaten im Lazarett zu Ehrenbreitstein zu dienen. Der Kapuziner zu Ehren­breitstein ist schon oben gedacht. Alle diese Anstalten üben in aller Stille den anhaltenden und anstrengenden Dienst Gottes zum Dienste der leiblich oder geistig bedürftigen Menschheit.

Ein neuer Zweig der christlichen Liebestätigkeit ist in unserm Gebiet hervorgewachsen, Vorbereitung auf die Ausbreitung des christ­lichen Namens in der Heidenwelt. Die Pallottiner oder Väter der frommen Gesellschaft für Missionen haben 1913 zu Ehrenbreitstein und 1901 zu Schönstatt bei Vallendar Pflanzschulen für Missionäre und an letzterem Ort ein Exerzitienhaus gegründet und 1923 die H i 11 r u p e r Missionäre vomhl. Herzen zu Sayn im Wittgensteiner Schlosse desgleichen. Die Weißen Schwestern U. L. F. von Afrika bereiteten zu Linz seit 1910 deutsche Jungfrauen für die Mission im schwarzen Erdteil vor, haben aber eben männlichen Zöglingen desselben Ordens und Zweckes Platz gemacht. Der weibliche Zweig der S t e y 1 e r