Dekanat Engers, Behandlung der Geistlichen, bischöfl. Visitationen. 325
Kapitel XI.
Behandlung der Trierer Geistlichen durch Nassau.
Nassau belegte die Trierer Geistlichkeit in der kurzen Zeit seiner Herrschaft mit ungewohnten Steuern. Der Dechant und die Pfarrer des Dekanats Engers erhoben deshalb Beschwerde beim Fürsten von Nassau- Weilburg. Die protestantischen Pfarrer der nassauischen Erblande ebenso wie die katholischen Pfarrer, die aus der kurmainzischen unter nassauische Herrschaft gekommen sind, genießen Steuerfreiheit. Warum muß die Trierer Geistlichkeit denn Simplen zahlen? Derselbe ist von ihrer Regierung auf die geistlichen Ländereien gelegt worden zu einer Zeit, da sie gar keinen Vorstand und keine Vertreter hatte. Erzbischof Franz Georg, der die Simpelsteuer zuerst einführte, sah ihre Ungerechtigkeit selber ein und stiftete deshalb ein großes Kapital zur Unterstützung der dürftigsten Pfarrstellen. Jetzt wird uns zudem auch noch zugemutet, Steuer zu zahlen für Chausseebauten und Fuhrfronden in Gießen und Frankfurt. Hat ein Pfarrer sein Land um die Hälfte verpachtet, so muß er doch die ganze Steuer zahlen. Der Pfarrzehnt geht meistens nicht ganz ein, und doch muß der ganze Zehnt versteuert werden. Sogar das, was die Geistlichen aus der Schönbom'schen Stiftung, jetzt ein staatlich gewordener Unterstützungsfonds, beziehen, wird besteuert. Wir bitten um eine gerechte Behandlung. 1 )
Kapitel XII.
Visitationen und Firmungen durch Bischöfe.
Vor dem 19. Jahrhundert fanden für das Dekanat Engers Firmungen statt bei Gelegenheit von Kirchweihen. Für den weitern Umkreis von der Residenzstadt in Koblenz laut Ausweis der Pfarrbücher in der Zeit von 1773 bis 95 fast jährlich daselbst. Der Revolutionskrieg brachte eine lange Unterbrechung. Im Jahre 1811 erteilte zu Linz für mehrere Pfarreien die hl. Firmung Weihbischof Franz Karl Joseph v. Hohenlohe und ebendaselbst auch 1816 der Weihbischof von Münster, v. Droste- Vischering. In rascherer Reihenfolge fanden dann Visitationen und Firmungen statt nach der Wiederbesetzung des Bischofsstuhles zu Trier: 1824 durch Bischof v. Hommer; 1826 und 29 durch Weihbischof J. Heinrich Milz; 1833 durch Bischof v. Hommer; 1835 und 41 durch Weihbischof Wilhelm Günther; 1844 durch Bischof Wilhelm Arnoldi; 1850, 55 und 60 durch Weihbischof Gotthard Braun; 1867 durch Weihbischof Matthias Eberhard; 1872 und 76 durch Weihbischof J. Jakob Kraft; 1883, 88, 92, 96 und 1900 durch Bischof Michael Felix Korum; 1904 durch Weihbischof Karl Ernst Schrod; 1908 durch Bischof Korum; 1912 durch Weihbischof Schrod; 1916 durch Bischof Korum und 1920 durch Weihbischof Anton Mönch.
*■) Dekanats-Archiv Engers.
