Protestantische Reformation in Niederberg, Vallendar, Bendorf. 327
mit 2. Korinther 6, Epheser 5 und Apokalypse 18. Wolle der Graf die Ernennung weiter ausüben, so solle er in der Urkunde ausdrücklich festlegen, der Pastor müsse Gottes Wort nach Inhalt prophetischer und apostolischer Schriften lauter und rein predigen und die hl. Sakramente nach Christi Einsetzung administrieren." l ) Gottlob drang der Herr beim Grafen nicht durch und Pfaffendorf blieb katholisch. Wäre die kurtrierer Festung Ehrenbreitstein nicht so nahe gewesen, wäre es vielleicht anders gekommen. Um das Jahr 1604 wollte der Graf die Pfarrei Pfaffendorf gegen Ems eintauschen, aber das Kastorstift ging darauf nicht ein. 2 )
2. Nie derb erg. Die 1495 in Thal-Ehrenbreitstein eingeführten Augustiner-Eremiten waren 1557 von Erzbischof Johann VI. mit der Seelsorge in der Pfarrei Niederberg betraut worden, lösten sich aber 1566 auf, und der Erzbischof nahm deren Güter in Beschlag. 3 ) Für die Pfarrgemeinde scheint deren Abfall keine schlimmen Folgen nach sich gezogen zu haben.
3. V a 11 e n d a r. Das Augustinerinnenkloster zu Schönstatt mußte wegen Gefahr der Ketzerei in der Umgegend von Erzbischof Jakob v. Eltz nach Koblenz verlegt werden. Das dort bestandene Gotteshaus, bisher Pfarrkirche für die Dörfer und Weiler der umliegenden Höhen, ging als solche ein. 4 )
4. B e n d o r f. Abt Heinrich Kricker zu Sayn schrieb kurz vor seinem 1563 erfolgten Tode ins Tagebuch: „Etwa 1562 hat unser Landesherr, durch Schmeicheleien von Ohrenbläsern gewonnen und übel leichtgläubig, einen treulosen, abgefallenen Mönch zur Verführung der Kirche in Bendorf bestellt, der ohne Messe die Stelle antrat, das konsekrierte Taufwasser ausschüttete und aus einer Waschschüssel mit gewöhnlichem Wasser die Kinder taufte. Der Apostat hieß Johann Heyer, gebürtig aus Hainbach." Zum 12. September notiert der Abt weiter: „Schon haucht der Basilisk sein tödlich Gift allmählich allen ein, der durch sein Anhören wenigstens gefährlich ist." Zwei Tage später schreibt er: „Der Pseudokirchendiener, wegen bestimmter enormer Verbrechen von der Trierer Kirche ausgestoßen, kehrt nach Bendorf zurück und besteht unverdrossen auf Gewährung seines Gehaltes, das ihm das Volk nicht geben will, von uns als Beneficiaten in Bendorf, auf daß wir, die wir in der Ausübung des Amtes gehindert sind, für die Ausstreuung neuer Lehren sechs Gulden jährlichen Zins ihm geben, die der Graf mit Drohungen erzwingt von uns, die dem Schafe gleichen, das den Wolf mit seiner Milch ernährt, der dann, groß geworden, es aufzehrt." •
Trotz der Androhung von Landesverweisung und Konfiskation ihres Vermögens, wenn sie nicht ihren katholischen Glauben aufgäben,
l ) KSA. Spec. in Ks. P. 7. 2 ) Ebd.
3 ) Rhein. Ant., Ehrenbreitstein, S. 49; Pfarrarchiv Ehrenbreitstein.
4 ) Pfarrarchiv Vallendar.
