I.

Aus Rheinlands Vergangenheit.

^. Vorgeschichtliche Zeit:

Au« ^l älteren wie auch der jüngerenSteinzeit" ist über die Rheinischen Lande, insbesondere ihre politische Ge­staltung, uns nichts übelliefeit. Dagegen ist bezüglich der Hal l stattzei t" (1200WU o, Chi. Geb,) nach Eräber- funden zu schließen, zum wenigsten soviel festgestellt, daß die Bewohn« unserer Heimaturovinz bereits seßhafte Ackeibauein waren, die in geschlossenen Dolfjchaften gelebt und schon auf einei verhältnismäßig hohen Kulturstufe gestanden haben.

L. Keltisches Zeitalter:

Bewohnt waren in den letzten notchristlichen Jahrhunderten, gleich dem gesamten Westen Deutschlands, auch die Rheinlande ausschließlich von Kelten, einem ebenfalls hochentwickelten Volksstamme, der sich heute nur noch in Irland und Wallis (Großbritannien) sowie der Bretagne (Frankreich) vorfindet. Aber bereits um Christi Zeit mutzte sich dieser Voltsstamm zugunsten der (infolge ihres Ausdehnungsdranges westwärts nachdrängenden) Germanen lediglich auf die linte Rheinseite beschränke!!.

An jene Keltenzeit erinnern uns heute außer Grabmälern, Donneräzten, Matronentempeln, -altaren und -steinen auch noch rheinüche Ortsnamen, wie Bonn, Jülich, Marmagen, Mechernich, Merzig, Prüm und viele andere mehr. Den Kelten verdanken übrigens auch die Rheinlande selbst ihren Namen, da sie deren HauptftromRhein" (d, i. Fluß) benannten.

6. Römisch-germanisches Zeitalter:

Nachdem da« bereits germanische Ubierreich (Hauptstadt Cöln) sowie das gallisch-keltische Königreich der Treneler (H?uptfwdt Trier) um 54^52 u. Chr. von den Römern unterworfen waren, wurden die Rheinlande westlich vom Rh.'instiom de: r?m!schen Provinz Gallien einverleibt. Dieses Riesenreiches zweite (von 286421 n, Chr. sog« erste) Haupt­stadt war unser rheinisches Trier.

An jene Römerjremdheirschaft links vom Rhein erinnern uns heute außer Grabmälern, Meilensteinen, Straßen und Baumelten ntelei Art unter anderm auch noch die Ttädtenamen von Trier (Mzuzw 1'revewruni), Coblenz (Oontluentez), Andernach (^nturmicum), Remagen (l^MmK^uz), Cöln (Oolonw ^nppin ) sowie Neuß (I^Iov-eziurn) u. a. in., die ursprünglich lediglich zur Abnxchr germanischer Einfälle errichtete Kastelle am genannten Strome gewesen waren.

Die rechte NHeinseite nämlich (Eermaniens Westniark) war damals von mehreren germanischen Volksstämmen ve- wohnt, so von drn Slgamblein (im Siegerlande), den Tenlterern (um Düsseldorf) und den Brulterern (um Essen), Aber schon vom Iahte 355 n, Chr. an gewannen auch diese Stämme auf der linken Rheinseite Boden.

v. Fränkisches Zeitalter:

Der Ausdehnungsdrang der Germanen führte nach und nach zui gänzlichen Unterwerfung nicht nur der Rheinischen Lande, sondern auch des ganzen nördlichen Gallien. Damit sank (476) dei Römer Fremdherrschaft in den Rheinlanden, sowie auch das mestlümische Riesenreich überhaupt dahin.

Aber schon der Gründer des ,Reiches der Flanken", König Chlodwig untei dem die Bewohn« d« Rheinlande dem christlichen Glauben zugeführt wurden teilte das Reich bei seinem Tode im Jahre 511 in einen »»manischen Teil (Neustrien od« Westreich genannt, mit den welschen Hauptstädten Paris, Orleans und Soissons) und in einen deutschen Teil (Nustrasien od« Ostreich genannt, mit der Hauptstadt Metz). Königssitz wal die rheinische Stadt Andernach. Mehl­mals zerfiel das Reich der Franken durch die Schuld seiner Herrscher, stets aber wurde es wieder geeint. Abgelöst wurde dieses schwache Merowingei-Königsgeschlecht aus dem Sigambrerstamme durch die /Vwsor önmuz (Hausmaier) des austrasischen Königs, welche sich späterKarolinger" nannten und unter denen Karl I., der Große, (von 768- 814) der bedeutendste mar. Im Jahre 8UU nahm er den römischen Kaiseititel an und erhob die im Mittelpunkte des (seit 68? letztmals geeinten) Fiantenieiches liegende rheinische Stadt Aachen zur Haupt- und Krönungsstadt, die dies bis 1558 auch blieb.

Bewohner der Rheinischen Lande waren damals hauptsächlich die ripuarischen (oder Ufer-)Flllnlen >an den Rhein- »ufelnl sowie die Moselfianten sin Moselanien od« im Moselgebietel,

Fast die gesamten Rheinland« fielen zunächst duich den Teilungsvertlag von Veidun (843) Lothars mittel, fränkischem Kaiserreiche zu, kamen bei dessen Aufteilung durch den Teilungsvertlag von Meersen bei Maastricht (87U) aber ganz an das ostfränlische Königreich Ludwigs des Deutschen, bei dem sie seitdem von der kurzen Zeit der ftanjösischen (odel zweitmaligen) Fremdherrschaft (von 1794^1814) abgesehen endgültig verblieben.