Bei den Rheinischen Landen — in des Reiches ursprünglichem Tchwerpunlt — begegnen »ir der folgenden terri- toriellen Entwicklung:
Zunächst wurde im Jahre 953 an des ostfränkifchen Reiches Westgrenze das „Herzogtum Lothringen" errichtet' diefes mußte aber bereits 659 (feiner Ausdehnung fowie auch der darin herrschenden Unruhen wegen) in die Herzogtümer Ober- und Niederlothiingen geteilt weiden. fVon den Rheinlanden waren lediglich Gebiete an der Laar oberlothringischf Nicht« lothringifch waren vom heutigen Rheinland« nur die Gebiete an der Nahe sowie der Lahn und der oberen Lieg, die dem Herzogtum Franken zugeschlagen waren.
In den beiden Lothringen hatte bis zur Iahrtausendwende der in Aachen amtierende rheinische Psalzgraf die meisten Gaugraffchaften unter feine Verwaltung gebracht, insbefondere die südliche Hälfte der Rheinischen Lande.
Nachdem seit 1248 Niederlothiingen« Name verschwunden war sdas Herzogtum ging in „Brabnnt" auf, das fpäter burgundisch wurdet führte fortan nur noch Oberlothringen die ursprüngliche Bezeichnung „Lothringen".
Die Verleihung von Territorialgewalt machte nun auch in den Rheinischen Landen rasche Fortschritte, ebenso zwecks besserer (unmittelbarer) Verwaltung die Unterteilung der einzelnen Territorien. Co begegnen wir alsbald - Hoch- oder Hauptgerichten, Obemmtern, Ämtern, Quartieren, Kellnereien, land- und fteuerrätlichen Kreisen und Hochbänlen, die wieder zerfielen in: Vogteien bezw. Herrfchaften, Herrlichleiten, Ltädte, Probsteien, Höfe und Meiereien sowie des weiteren in i Gerichte bezw. Dingstllhle, Pflegen, Lchultheitzereien, Fentereien, Varoneien, Kirchspiele, Vauerschllften, Honnschaften und Freiheiten.
Das den weltlichen Reichsständen im Augsburg« Religionsfrieden (1555) eingeräumte Recht, die Religion ihrer Untertanen zu bestimmen („cuiuz re^ic», eiuz religio" oder „Wessen das Land, dessen die Religion"), gelangte auch in den Rheinischen Landen zur Anwendung und Auswirkung.
Nachstehende Übersicht zeigt uns den Werdegang und das Ergebnis*) der territoriellen und konfessionellen Zersplitterung der Rheinlande während de« in Frage kommenden Gesamt-Zeitraumes von 853—17Ä4 (bezw. 1815).
Das Terri
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1815
kaiferl. Verleihg. Eroberung
Wiener Kongreß
1. Freie Reichsstadt Aachen (nebst dem „Aachener. Reich"): (Verwaltungssitz: Aachen. — Ttaatsreligion: paritätische
selbständig gewd. ^Republ.Frankrch.
War bis von
Aachen-Ttadt — d. Altstadt
Aachen-Land 4 Gemeinden Konigr. Preußen
2. Herzogtum Nremberg:
1576 Grafschaft, sodann bis 1644 Fürstentum, schließlich Herzogtum. — sDie erste Linie derer von Aremberg bestand etwa 1l)5U bis 1287, die zweite — von der Mark — von 1288 bis 154?, die dritte besteht noch heute.) — Verwaltungssitz: Lchloß Aremberg, Kreis Adenau. — Ttaatsreligion: katholisch.)
v. 1547 1794 ff.
kurf. Verleihung (wie unter 1)
selbständig gewd.
y yl Adenau I Tchleiden
Ohlenhaid u. Welshofen
4 Gemeinden
l18 etc.
itt ew.
<^, «lbllnwll
ca. 1500 ISN 1881
ien,i«8,
3. Herzogtum Verg:
(War bis 1380 Grasschaft, sodann bis 1806 Herzogtum und schließlich ssedoch mit dem Rest von Nr. ? gemeinsam) bis 1813
Groszherzogtum. — Verwaltungssitz: Düsseldorf. — Ttaatsreligion! katholisch, zuletzt paritätisch.)
fDa« Geschlecht der Grafen von Neig bestand nur von etwa 1000 bis I22>.)
z 2-
»^>
'.NNR'
ca. UM 1219 1225 1246 1348 1511 1666 1742 1799 I8N5 1806 1806 1815
laiserl. Verleihg.
Vererbung
Vererbung
Erbanfllll
Heirat
Heirat
Vertrag v. Cleve
Vererbung
Vererbung
Taufch
Lchenlungsakt
Vertrag v. Paris
Wiener Kongreß
felbftändig gewd. Kurflllstent. Cöln Herzogt. Limburg uned« selbstdc,, gem. Mlllkgrfsch.Iülich Herzogtum Cleve
< N«ig und Cleoel
Rheinbundstaat Königr. Preußen
38
Essen-Ttndt
Essen-Land
Oberhausen
Mülh.-Ruhr
T'dorf-Lnnd
D'dorf-Ltadt
Tulingen-Ld.
Solingcn--t.
Mülh.-Rhein
Cöln-Ttadt
Cöln-L»nd
Nonn-Land
Sieg
Waldbröl
Wipperfürth
Lennep
Remscheid
Vlettmann
Elberseld
Varmcn
2 Gemeinden
ganz sämtl.Gmden.
sämtl.Gmden.
«anz sämtl.Gmden.
Wesseling 51 Gemeinden sämtl.Gmden. sämtl.Gmden. sämtl.Gmden.
ganz sämtl.Gmden.
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56
(?.) Elbanfllll <^) Heiillt (^> Lätularis !^) Besetzung ^ Besetzung
s-U) der s ,^!R!,ein-1 ^,^(bund- ^^) atte
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1423 I5II 1803 1806 1806 1806 I8U6 1806 1806 1806 1806
40 m
40 o
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'^)2chenlung
180 : 18!0
(der I2ten Publikation der „Geselllchlljl jiii Rheinilche Geichichtslunde" zu Cöln), 3m übiigen »iid au. Band l und I! der „Rhein. Uidniie,^ oeiwie^n.
