Rufend die gläubige Schar, daß sie erhebe den Sinn, Höre mit Andacht Worte, beredte, des würdigen Pfarrherrn, Der, eine Zierde des Standes, mächtig die Herzen ergreift. Auch eines Waldhorns liebliche Weise durchzittert die Tannen, Wecket ein Sehnen in mir, füllet mit Wonne mein Herz. Vöglein zirpen im Laub, Eichkätzchen klettert am Stamme, Schwinget sich lautlos jetzt oben von Tanne zu Tanne. — Friedlich Hängematte unten sich spannet vom Stamme zum Stamme, Lachend wiegt sich drin froh mein herziges Lieb. Kinderstimmen von ferne gemahnen des lieblichen Kleeblatts, Atmend die würzige Luft tief im Reviere des Waldes. Wie sich's freuet des wonnigen Daseins, Wangen gebräunet, Ferne des Schulraums Enge, ferne der Schwüle der Stadt! — Herrlich, Mutter Natur, hast ausgegossen die Gabe Ueber das reizende Dorf — Rengsdorf heißet der Ort. * *
Herrliche „Qeiseleich e", von sehnender Buche umklammert. Dir gilt vor allem mein Qruß, Wunder des grünenden Waldes! Welche Träume wohl träumst, wenn nächtlich Dryaden und Nixen Samt den Faunen des Waldes tanzen den lustigen Reihn? Stolz erhoben das Haupt, ein himmelanstürmender Titan, Gleichst du Germanias Kraft, Eiche so knorrig und stark; Doch der zartere Stamm, du Buche mit lieblichem Antlitz, Deutscher Treue, sie rankt fest sich ums knorrige Holz. Und wie die Kraft und die Treue in diesem Baumpaare dasteht, Also das kernige Volk, wohnend auf Berg und im Tal! Preisen will ich drum laut des Westerwaids trauliches Dörflein: Prangend im Waldschmuck, Heil dir, du gastlicher Ort!
Qruß aus Rengsdorf.
Von Max Bewer, Dresden-Laubegast.
Liebes Rengsdorf waldumwoben,
Grüne Krone du des Rheins,
Silbern grüßen seine Wogen
Dich im Glanz des Sonnenscheins!
Zart verschwebt im Duft der Wipfel
Deiner Berge blauer Rand,
Wie ein Meer von grünen Wogen
Rauscht und braust der Wald ins Land:
O wie wunderschön, o wie wunderschön.
Auf den reinen Höhn
Ist das Wandern doch
Im lieben Vaterland!
