Erst 11 Jahre später wurde die Kirchenordnung entworfen, die dann im Jahre 1616 in Kraft trat.
Am 31. Oktober 1617 wurde das 1. Reformationsfest der Gemeinde gefeiert.
Als dann der dreißigjährige Krieg ausbrach, wurde auch Rengsdorf schwer heimgesucht. Wiederholt mußten die Bewohner in den umliegenden Wäldern ihre Zuflucht suchen. Auch die Kirche und der Friedhof wurden schwer mitgenommen. Wir hören dies aus einem Bericht „der Kirchenpfleger", in welchem der Graf gebeten wird, er möge veranlassen, daß das Dorf Meisbach den Arbeitsleuten, welche an der von „hartzfeldischen Reitern ruinierten Kirche und Kirchhof arbeiten, die Kost gebe. Mit der Sittlichkeit ging es immer mehr bergab. Die Jugend verwilderte, so daß in einem Bericht über einen im Jahre 1631 zu Rengsdorf abgehaltenen Geistlichen-Konvent geklagt wird, es sei soweit gekommen, daß die Sonn- und Festtage, ja jede frohe Begebenheit, mit der schlimmsten Völlerei begangen würden.
Aus dem Anfang des 18. Jahrhundert ist ein Bericht des Pastors Lepper über eine Kirchenvisitation enthalten. Danach umfaßte damals das Kirchspiel 6 Ortschaften, nämlich Rengsdorf, Hardert, Bonefeld, Meisbach, Datzeroth und Ehlscheid mit dem Hofe Gommerscheid. Für sämtliche Dörfer gab es nur eine Schule mit einem Lehrer. Die Kirche sowie die Pfarr- und Schulgebäude befanden sich damals in sehr schlechtem Zustande. Die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde hatten sich immer ungünstiger gestaltet, sodaß sie offenbar nicht imstande war, die Gebäude wiederherzustellen.
An anderer Stelle hören wir, daß Rengsdorf der Abtei Rommers- dorf sehr verschuldet war. Erst im Jahre 1717 wurde es aus dieser drückenden Lage befreit und zwar durch die gräfliche Regierung.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatte die Gemeinde schwer durch die Franzosen zu leiden. Folgende Bemerkung des Pfr. Held in der Rechnung der Armenkasse vom Jahre 1801 deutet darauf hin: „Die Gelder, welche von 1794, 1795, 1796, zum Teil 1797 im Klingelbeutel und durch Kollekte eingenommen und auf dem Kirchtum ver- stochen waren, wurden bis auf einige, die nicht dabei waren, den 20. März 1797 von den Franzosen geraubt oder gestohlen, wovon ich selbsten ein Zeuge war." Das Pfarrhaus, wohin sich übrigens die Gräfin Luise von Wied vor den Franzosen geflüchtet hatte, wurde von letzteren in dieser Zeit sehr beschädigt.
Aus der Folgezeit ist noch besonders bemerkenswert der Vertrag vom 25. Oktober 1901 zwischen Kirchengemeinde und Kirchspielsverband, wodurch die dem Verbände gegen die Kirchengemeinde obliegenden Verpflichtungen wie Unterhaltung der Gebäude usw., welche wiederholt zu Unzuträglichkeiten geführt haben, gegen eine Summe von M. 29 000 abgelöst wurden, ein Werk, das der Kirchengemeinde zu reichem Segen gereichte.
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