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„Das läßt sich überlegen", spricht der oberste Qebieter des Waldes zum lauschenden Bürgermeister Heymann; „sollen wir nicht mal am nächsten Sonntag wieder hier zusammenkommen, um unsere gegenseitigen Erfahrungen und Entschlüsse zur Sprache zu bringen?"
„Einverstanden, Herr Oberförster!" spricht der Herrscher der Bürgermeisterei Anhausen. „Sie kommen natürlich auch her, Herr Lehrer Becker; und Sie, Herr Pastor Schütz, bringen den Kurtscheider Lehrer, Herrn Staub, ebenfalls mit zur Beratung, da er als Münchener Kind vieles in der Welt gesehen hat und einen guten Berater und Generalsekretär abgibt."
„Ich werde auch Lindner und Richtmann mitbringen, da sie als Gastwirte ebenfalls großes Interesse an der Gründung einer Sommerfrische haben," setzte Lehrer Becker hinzu.
„Hoffentlich wird etwas aus der SacTie," spricht nachdenklich Herr Bürgermeister Heymann. Und damit trennten wir uns für diesen Abend. —
Als wir am folgenden Sonntagnachmittag zur Beratung saßen, mußte ich zuerst meine Erfahrungen zum besten geben, die ich bei Gründung des Eifelvereins gemacht, und ich legte die entsprechenden Drucksachen des Eifelvereins zur Ansicht und Aussprache vor. Wir berieten lange und eifrig und ernst, und als wir spät abends auseinandergingen, war Bürgermeister Heymann Vorsitzender eines provisorischen vorbereitenden Komitees zur Gründung eines Verschönerungsvereins für den unteren Westerwald, und jeder andere hatte sein Pöstchen abbekommen. Herr Oberförster Andree und die Lehrer Becker und Staub sollten Schriftstellern, d. h. einen geeigneten Fremdenführer verfassen. Außerdem sollte der oberste Waldgebieter auch für geeignete saubere Fußwege sorgen und schöne Waldplätze zum Ausruhen herstellen. Da war unser stiller Waldfreund in seinem Element, und die heutigen Sommerfrischler danken ihm von Herzen für all das Herrliche, Schöne und Angenehme, was er seit Jahren in seinem Waldbezirk für die Fremden geschaffen hat. Herr Lehrer Becker wurde außerdem mit seinem Kinderchor Vergnügungsdirektor. Mir wurde die Rolle zuteil, bei den nun folgenden Versammlungen den begeisterten und begeisternden Redner abzugeben. Die Gastwirte sollten zunächst für viele Fremdenzimmer und gute Getränke sorgen, wobei ich mit diplomatischer Schläue eine mir verdächtige Weinsorte aus Rengsdorf zu verdrängen suchte, da ich stets ein entsetzliches Kopfweh nach dieser verflixten Sorte mit nach Kurtscheid nahm. Ueber dem Ganzen thronte Herr Bürgermeister Heymann als würdiger Chef des Kurortes in spe. Wir ließen Annoncen in allen großen Zeitungen los mit Anpreisung unserer speziellen Waldschönheiten. Die Fremden kamen: zuerst einige Tröpflein, dann Tropfen, dann in Form von Regen, und wie ich aus den neuesten Fremdenlisten ersehe, in Form von Platzregen. Wer hätte das alles so sich ausgedacht anno 1890 . . .?
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