Pfarrvikar Schütz baute an die Kirche eine Sakristei, schafite Statuen, Marienaltar, gemalte Fenster, neue Kirchenstühle, neue Emporkirche, eine Orgel und neue Paramente in die Kirche und ließ die baufälligen Kirchenmauern gegen Sturm und Wetter festigen. — Er ließ durch den Papst die kleinen Stiftungen reduzieren und sorgte durch Anlagen von Wiesen und ca. 400 Obstbäumen für ein anständiges Einkommen seiner Nachfolger. Für Kirche und Pfarrwitturn hatte er persönliche Auslagen von ca. 20000 Mark. Er bot, nachdem er diese kirchenbaulichen und Magenfragen günstig gelöst hatte, alles auf, um auch die Seelenfragen günstig zu lösen. Durch begeisternde dogmatische und katechetische Predigten suchte er die Glaubenswahrheiten tief zu gründen; durch Sakraments-, Herz Jesu-, Marien- und St. Josephspredigten suchte er diese Grundandachten den Kurtscheidern bleibend ins Herz zu pflanzen. Er erneuerte das kirchliche Leben im Laufe seiner 9jährigen seelsorglichen Wirksamkeit so sehr, daß die Kurtscheider, die früher jedes Tremester zu den hl. Sakramenten gingen, durchschnittlich jeden Monat, und zwar alle, zum Tische des Herrn gingen. Da er Präses des Cäcilienvereins fürs Dekanat Kirchen war (in das heutzutage Kurtscheid eingegliedert ist), führte er mit seinem Freunde, dem frommen, gesang- und musikkundigen Lehrer Staub in Kurtscheid einen Kirchenchor ein, der die kirchlichen Feste aufs erbaulichste heben und verherrlichen half.
Ueber die Sozialpolitische Tätigkeit des Pastors und späteren Professors Schütz möge den Leser und die Leserin Dr. Carl Neu- wihler, Redacteur des „Herold" der kath. Literatur und verwandter Gebiete belehren: Ein Schulmann und Sozialpolitiker im Priestergewand.
Den Gegnern der katholischen Kirche und deren Priestern sei empfohlen, sich einmal das soziale Wirken des katholischen Klerus, näher anzusehen. Es gibt zweifellos keinen zweiten Stand, der zum Wohle seiner Mitmenschen in leiblicher wie geistiger Hinsicht eine solche Riesenarbeit leistet. Die Ursache ist der Umstand, daß der Priester den Lohn für seine Tätigkeit in der andern Welt erwartet und daß er, ohne Sorge für eine Familie, seine Dienste der Allgemeinheit widmet. Daß dies in hohem Maße von vielen Priestern geschieht, ist eine Tatsache, die jeder bemerken kann, der für das soziale Elend unserer Tage ein offenes Auge und ein fühlendes Herz besitzt. Ein leuchtendes Beispiel ist Prälat Schütz, der außer seinem praktisch-sozialen Wirken aber auch noch eine emsige und erfolgreiche Tätigkeit als Schriftsteller und als Erzieher entfaltete.
Er kam am 24. Oktober 1852 in Meisburg (Kreis Daun, Bezirk Trier) als Sohn des Lehrers Peter Schütz unter recht ärmlichen Verhältnissen zur Welt. Sein Vater war noch einer von denen, die in der Gemeinde umessen mußten bei einem jährlichen Gehalt von 29 Talern. Er starb fünf Jahre darauf. Ein edler Priester namens Portery in Nunkirchen (Kreis Merzig) nahm sich des verwaisten
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