dunkle Fragen über die Neuerburg gelöst wurden; weiterhin die überaus verdienstvolle Arbeit „Geschichte der gräflichen und fürstlichen Häuser Isenburg, Runkel, Wied, von J. St. Reck, evangelischer Pfarrer in Neuwied, Weimar 1825", worin in chronologischer Ordnung die wichtigsten Ereignisse der Unterwesterwald-Gegend von altersgrauen Zeiten 'an kurz beschrieben sind; sodann die Berichte des fleissigen Canonicus von St. Andreas in Cöln (5) Aegidius Gelenius „Farragines Gelenii" und „de magnitudine Coloniae", die freien mit einer gewissen Vorsicht gebraucht werden müssen; dann (6) die „Regesten der Cölner Erzbischöfe" von W. Kisky und Knipping, Bonn, Hansteins Verlag; (7) die „Regesten der Erzbischöfe zu Trier" von Adam Görz, Trier, Lintz'sche Buchhandlung 1861; (8) das „Urkundenbuch" aus dem Staatsarchiv zu Coblenz und zu Düsseldorf; (9) Urkunden und Regesten zur Geschichte der Burggrafen und Freiherren von Hammerstein von Emil Freiherr von Hammerstein-Gesmold, Generalmajor z. D., Hannover, Hahn- sche Buchhandlung 1891; (10) das Mittelrheinische Urkundenbuch von Eltester und Görz"; (11) „Der Rheinische Antiquanus" und (12) „Rommel, Geschichte der Hessen"; (13) die mittelalterlichen Werke des bekannten Antiquariates von LudwigRosenthal InMünchen; (14) Handbuch derErzdiözese Cöln, 18. amtliche Ausgabe, Cöln 1895; (15) P. Stephan Steffen, S. O. Cist. in Marienstatt: Das Grafenpaar Heinrich III. und Mechtilde von Sayn und die Cistercienser. Bregenz, Druck von Teutsch 1910 und (16) endlich durch die Chroniken einiger Pfarrarchive des Wester- waldes wurde ich in den Stand gesetzt, eine wirklich aufeinanderfolgende, wahrheitsgetreue Geschichte der Neuerburg hiermit meinen Lesern und Leserinnen bieten zu können. (Spezielle andere Quellen- werke werden im Texte genau angegeben.)
Wenn nun dennoch trotz aller meiner Nachforschungen hier und da Lücken und ungelöste Rätsel in meiner Darstellung über die Neuerburg verbleiben, so fehlen eben an diesen Stellen die Urkunden aus der Vorzeit, die leider verloren gegangen sind, so daß nur mühsam durch vorsichtige Vermutungen, Hypothesen, Kombinationen diese Lücken ausgefüllt werden können. Erwähnt ja Dr. Löffler, der Direktor der Cölner Stadtbibliothek, in seiner bedeutsamen Arbeit „Deutsche Klosterbibliotheken", Görresgesellschaft, Bachern, Cöln 1918, daß seit dem 16. Jahrhundert in mehreren großen Etappen — von denen der Bauernkrieg, die Reformation, der dreißigjährige Krieg, die französischen Raubkriege unter Napoleon I. und endlich die große Säkularisation die wichtigsten sind — die Zerstörung und Auflösung der Klosterbibliotheken, den eigentlichen Heimen alles Wissenswerten, vor sich gegangen sei. So wurden im Bauernkriege in Thüringen allein 70 Klöster geplündert oder zerstört, wobei die Bibliotheken zu Grunde gingen. Die auf 3000 Gulden geschätzte Bibliothek von Reinhardsbrunn — um nur ein Beispiel herauszugreifen, das uns
