wegen der späteren Episode über die hl. Elisabeth besonders inter­essiert wurdezerhauen, zerschnitten, zerrissen und mitten im Hofe des Klosters verbrannt".Sind schon in den Wirren der Reformationszeit die Schätze vieler Klosterbibliotheken, namentlich in den Städten hier kommen vor allem die Klöster der Dominikaner und Franziskaner in Betracht verschleudert worden und bis auf wenige Reste verschwunden, und litten die großen Niederlassungen der altern Orden in ihren Bücherbeständen hart unter der Brandfackel des Bauernkrieges, so hat der Unverstand und der Vandalismus der Helden der französischen Revolution noch übler mit den schriftlichen Ueber- resten der Vergangenheit gehaust. Sind doch beispielshalber allein zu Straßburg am 20. November 1793 auf dem Schloßplatz 14 Wagen­ladungen von Urkunden und Handschriften von dem wahnsinnigen Pöbel verbrannt worden." (L. Pfleger.) Den Klosterbibliotheken der links­rheinischen Lande wurde die Franzosenzeit 1794 zur Katastrophe. Schon im November 1794 nahm die französische Raubkommission, die den Auftrag hatte, Bücher und Kunstgegenstände für die Pariser Sammlungen zu beschlagnahmen, den Cölner Jesuiten alle wertvollen Bücher (darunter allein 53 Bibelbände und eine hebräische Pergament­handschrift des 13. Jahrhunderts im Werte von 2000 Gulden) weg. Die Bibliotheken des Klosters von St. Pantaleon, des Klosters St. Martin, des Karmelitenklosters von St. Johann und Kordula wurden ihrer wertvollsten Druck- und Handschriften beraubt.

(Die Dombibliothek war glücklicherweise nach Arnsberg in Sicher­heit gebracht worden. Es waltete auch ein guter Genius über dem Archiv des Fürstlichen Hauses zu Neuwied, wohin sehr viele Urkunden des Erzstiftes Cöln schon im 16. Jahrhundert unter Erzbischof Hermann von Wied kamen. Auch der al*e Urkundenbestand des Klosters Ehren­stein bei Asbach wurde frühzeitig im Archiv zu Neuwied geborgen. Die Urkundendes Neuwieder Archivs wurden vor den Franzosen in Sicher­heit gebracht nach Wetzlar. Viele Urkunden kamen auch nach Coblenz. Das kam alles unserer Arbeit sehr zunutze.)

Die Handschriften und D ruc ke aus Cöln füllten allein 19 Kisten, die nach Paris gebracht wurden. Bei der Rückforderung im Jahre 1915 ist das Rheinland fast leer ausgegangen. Es wurden nur 102 rheinische (darunter 19 kölnische) Handschriften, 84 Inkunabeln und etwa 400 Urkunden zurückgegeben. Das Fortgeschleppte übersteigt das Zurückgegebene um ein Vielfaches.

Bei der Säkularisation wurde besonders Verständnis- und pietätlos in Nassau vorgegangen, dem damals auch Deutz und Ehrenbreitstein zugefallen war. In den Jahren 18041806 häufte man im Idsteiner Schlosse, wo eine Art katholischer Zentralstelle geschaffen werden sollte, Bücher- und Urkundenbestände aus der Benediktinerabtei Deutz und der Prämonstratenserabtei Sayn sowie aus der Prämonstratenser- abtei Rommersdorf bei Neuwied auf und überließ sie einstweilen den Ratten und Mäusen. Die Rommersdorfer Bibliothek zählte kaum

89