_=^—=
noch 300 Werke, darunter ö Handschriften und 41 Inkunabeln, während die Sayner 'mehr als doppelt so stark war. Im Jahre 1813 ließ der Regierungsbibliothekar Hundeshagen für die Zentral-Bibliothek in Wiesbaden die Klöster in Ehrenbreitstein, Linz a. Rh. usw. in bezug auf Bücher ausmustern, schied für Wiesbaden das Geeignete aus und ließ den Rest an Ort und Stelle „versteigern oder als Makulatur verkaufen".
Ich erwähnte im vorstehenden hauptsächlich nur die Bibliotheken von Qegenden, Klöstern und Städten, die für unsere Geschichte der Neuerburg in Betracht kommen.
Formell, nach der Gepflogenheit der jetzigen Historiker, hätte die Quellenangabe meiner Arbeit über die Neuerburg und die kurzen Andeutungen über die Verschleuderung und das Verschwinden von Urkunden, die mehr Licht über manches hätten verbreiten, manche Lücken in meinem Bericht hätten ausfüllen können, eigentlich in die Vorrede des ganzen Werkes gepaßt oder als Anhang zum Schlüsse der Schrift gebracht werden müssen. Allein, da alle Leser und Leserinnen wohl ein Interesse daran haben, auch über diese Dinge des weiteren aufgeklärt zu werden, wollte ich sie in der Einleitung zur Sprache bringen und ich werde auch ähnliche Dinge stets an passender Stelle erwähnen, damit Leser und Leserinnen sich selbst ein Urteil bilden können.
Man wird so auch besser die mühevolle Arbeit eines Historikers verstehen, der aus zerstreut herumliegenden und emsig herbeigesuchten Mosaiksteinchen ein herrliches historisches Mosaikbild zusammensetzen muß, das dann dem Leser und der Leserin ein richtiges Verständnis vom Leben und Schaffen der Vorzeit gibt.
Ich will denn beginnen mit der Disposition der Neuerburger Geschichte, die ich in 4 Perioden zerlege, und zwar:
1. Die Gründung der Neuerburg durch Graf Otto von Hammerstein ums Jahr 1022;
2. Ihre Uebertragung an die Landgrafen von Thüringen und deren Verwandten, Grafen von Sayn, zwischen 1050—1263.
3. Die Schenkung der Neuerburg an die Kurfürsten von Cöln im Jahre 1263 von Seiten der Gräfin Mechtildis. Im Besitz der Cölner Kurfürsten verblieb sie dann ca. 550 Jahre (1263—1801).
4. Die Besitzübertragung bei der Säkularisation an das hochfürstliche Haus zu Wied in Neuwied im Jahre 1803. (Zwischen 1806-1815 bestand ein fast herrenloser Zustand auf der Neuerburg.)
I. Periode.
Gründung der Neuenbürg.
Nach dieser längeren, aber notwendigen Einleitung beginnen wir denn mit der Geschichte der Gründung unserer Neuerburg: 90
