Nach Hontheim, Hist. Trever, I pag. 359 trat dann auch endlich in der Eheangelegenheit eine Wendung zum Bessern ein,, nachdem Papst Benedikt VIII. sich der Qräfin Irmgard angenommen und die nötigen Dispensen erteilt hatte. Darauf trat auch Erzbischof Aribo von Mainz auf Seiten Ottos und der Kaiser wurde dadurch von selbst milder gestimmt und entschädigte Graf Otto durch Verleihung neuer Lehen. Qraf Otto starb im Jahre 1036.
Es muß auch ausdrücklich hier erwähnt werden, daß später ein Burgmann von der Neuerburg, nämlich Dietrich Mul von der Neuerburg (Staatsarchiv in Coblenz, Olbrück v. J. 1453), drei Hämmer wie die Burggrafen von Hammerstein im Wappen führte, daß also früher Burgmänner der Burggrafen von Hammerstein au der Neuerburg gewesen sind." (Regesten Hammerstein.)
Pfarrer Hermes schließt dann seine oben angeführte Konjektui, die heutzutage ziemlich allgemeinen Beifall findet unter den Historikern: »Aus all diesen Umständen und durch die Annahme, daß Qraf Otto die Neuerburg erbaut hat, wäre erklärt 1. die Bedeutung des Neuer- burger Hauses, das mit dem Wiedischen in Verbindung tritt; 2. der Name „Novum castrum — Neue Burg — als Gegensatz zur zerstörten alten Grafenburg am Rhein; 3. auch die Verbindung des Neuerburger und des mächtigen thüringischen Landgrafenhauses, da, wie oben bereits bemerkt, Graf Otto wie auch das thüringische Landgrafenhaus hessisch-konradinischer Abstammung ist."
Vielleicht möchte man einwenden, die bauliche Anlage der Neuerburg ließe einen Bau aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts als unwahrscheinlich erscheinen. Demgegenüber sei bemerkt, daß die Gräfin Mechtildis keineswegs sofort nach dem Tode ihres Gemahls, der gegen Ende des Jahres 1246 erfolgte, sich dauernd auf der Neuerburg niedergelassen hat, sondern daß sie noch im Jahre 1258 unschlüssig War bezüglich ihres Witwensitzes, obwohl die in Neuerburg angesessenen Walpoden sich bereits 1256 ihre neue Residenz in Reichenstein erbaut hatten und also von dieser Seite kein Hindernis entgegeustand, daß die Gräfin die Neuerburg bezogen hätte. Es scheint ihr also die Neuerburg als dauernder Witwensitz zu klein und enge gewesen zu sein. Darum fing sie erst auf dem Berge Alsnac, (dem heutigen Alsau bei Roßbach a. Wied) an, eine neue feste Burg zu bauen. Auf Einspruch des Erzbischofs Conrad v °n Cöln, der einen Vergleich über die Anlage von Befestigungen zwischen Mathilde und Heinrich Herrn von Jsenburg und dessen Sohn Qerlach sowie Gotfrid Graf von Sayn vermittelte in Bonn am 13. September 1258, ließ die Gräfin Mechtildis das bereits begonnene Bauwerk wieder abtragen. Da sie später auf der Neuerburg wohnt, 'st es ganz natürlich, daß sie das Baumaterial vom Berge Alsnac nach der Neuerburg bringen ließ und die Neuerburg vergrößerte und stärker befestigte und dabei auch den Hauptturm zeitgemäß erneuerte.
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