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Die technischen Untersuchungen, welche Prof. Dr. Paul Lehfeldt an der technischen Hochschule zu Berlin 1885 an Ort und Stelle vorgenommen hat, haben unzweifelhaft festgestellt, daß der östliche und •ältere Teil der Neuerburg auf eine lange schon vor dem 12. Jahrhundert begonnene Anlage hinweist, gegen welche Altwied und "Wied viel jünger erscheinen.
Die Burg besteht aus einem östlichen und älteren, sowie aus einem westlichen und jüngeren Teile, welche durch Mauern mit- •einander verbunden sind.
Dr. Paul Lehfeldt sagt in seinem Buche „Die Bau- und Kunst- Denkmäler des Regierungsbezirks Coblenz" (Düsseldorf 1886), S. 315 u. fl., daß der östliche Teil der Burg auf eine lange schon vor dem 12. Jahrhundert begonnene Anlage hinweise. Ferner: „Der ganze Ostteil der Burg ist geradezu das Muster einer regulären Anlage jener Zeiten."
Lehfeldt gibt also eine sehr genaue fachwissenschaftliche Beschreibung der ganzen Veste. Damit erhält die Conjektur des Pfarrers Hermes eine indirekte Bestätigung und es wird der gegen sie erhobene Einwand entkräftet.
Man ersieht ja auch aus ihrem Testamente, daß sie sich die Neuerburg nach ihren Bedürfnissen eingerichtet hatte, weil sie sagt: „Min Hofe üb dem Ackere (oberhalb des Ackerhof) bi der Nuwerburgh, inde (und) dat Gut dat ich darzu vergolden (gekauft) haven, die engehorent (nun gehören) mit zu dem Qude, dat ich an dat Qestühte (Oestift, Erzstift) gekeret haven (gegeben habe) want ich dat sidder vergolden haven (weil ich das seither gekauft habe) zu meine Urbare (zu meinem Nutzen; unter „Urbare" versteht man sonst auch noch „Ueb ersieht der Einkünfte" oder „Einkünfte, die zu meinem Nutzen sind"), sider ich mine Gut kerte an das Qestühte (seit ich mein Gut gegeben an das Gestift) in Cöln."
Es scheinen im Laufe der Zeit ca. 5 Gebäude auf der Neuerburg errichtet worden zu sein: 1. Die ursprüngliche erste Burg (Novum castrum), die sogen. Neue Burg; 2. die Vergrößerung dieser Burg oder ein Neubau unter Gräfin Mechtildis; 3. ein Haus für den Amtmann, der eine Zeitlang auch die Geschäfte eines Amtsrichters zu besorgen hatte und im Anfang den Namen „Waldbote" trug, was im Mittelhochdeutsch „Walpode" heißt; 4. ein Haus für den Schultheißen: 5. ein Haus, das dem Peter von Neustät gen. Mont gehört und das dieser am 18. Mai 1539 dem Erzbischof Hermann von Cöln samt einer Hofstelle auf der Neuerburg verkauft hat. — Köhler hatten früher ca. •8 Minuten von der Burg in der Richtung nach Kurtscheid zu ihre Arbeitsstätten, die man also nicht für frühere Baustätten halten darf. Es sind vor der Burg genug Grundmauern vorhanden, die auf 5 Gebäude schließen lassen. Daß eher mehr als weniger wie 5 Gebäude auf der Neuerburg waren, geht auch aus dem Testament der Gräfin Mechtildis aus dem Jahre 1283 hervor, wo sie ihren Beichtvater und 94
