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1. Erzbischpf Philipp I. von Heinsberg war seit dem 27. Januar 1167 Reichskanzler. Unter ihm wurde die Cistercienser-Abtei Heisterbach gegründet 1191. Damals nach dem Sturze Herzogs Heinrichs des Löwen verlangten die Cölner Erzbischöfe die Herzogsgewalt in Westfalen und Engern, die sie auch später erhielten. Dieser Erzbischof Philipp I. erwarb als Güter: u. a. im Jahre 1190 vom Allod des thüringischen Landgrafen Ludwig III., der ohne Kinder starb, die Burg Nuweburg. (Reg. C. Erzb. III. Bd.) Wir datieren die dritte Periode dennoch nicht vom Jahre 1190, da bis zum Jahre 1263 das Eigentum der Cölner Erzbischöfe strittig blieb, bis die Gräfin Mechtildis all ihre Rechte an die Neuerburg an die Cölner Erzbischöfe abtrat, was Papst Urban IV. in einer Urkunde lobend bestätigte.
2. Der hl. Engjelbert, Sohn des Grafen Engelbert I von Berg, der vom Grafen Friedrich von Isenburg ermordet wurde, nennt in einer Urkunde vom 27. Februar 1222 einen Roricus Walbode von der Nu[weburg als Zeugen. (Reg. C. Erzb. III. Bd.) Dieser Roricus Walbode von der Nuweburg ist wie wir oben gesehen, der erste urkundlich bekannte Gründer der Walpoden von der Neuerburg und des Geschlechtes der Herren von Reichenstein.
Engelbert, an Geist und Körper groß und glänzend, hatte in den 9 Jahren seines erzbischöflichen Amtes sich nicht allein um das kölnische Land durch Wiederherstellung zerstörter Städte und Dörfer, sondern auch, in Abwesenheit des Kaisers Friedrich IL, dessen Sohn er erzog, das deutsche Reich mit kräftiger Klugheit geleitet, den Landfrieden erhalten und in ganz Europa sich Ruhm erworben. In dem Entwürfe, in der Bauvorbereitung nnd Schatzsammlung des jetzigen Domes zu Cöln hat er seinem Namen ein großes Denkmal gesetzt. Er hatte wie König David die Baukosten des Tempels gesammelt.
Und Erzbischof Conrad, Sohn des Grafen Lothar von Hohstaden, wurde der Cölner Salomon, indem er, als der alte Dom abbrannte, am 15. August 1243 den Grundstein legte zum jetzigen Cölner Dom und am 3. März 1255 den Grundstein zu der jetzigen Cunibertskirche und zum jetzigen Altenberger Dom. Unter ihm kam der sei. Albertus Magnus nach Cöln, wo 1245 der hl. Thomas von Aquin sich an diesen großen Scholastiker anschloß als Schüler. Erzbischof Conrad von Hohstaden starb am 28. September 1261. Von diesem geistesgewaltigen und energischen Kirchenfürsten stammen unsere Urkunden in deutscher Sprache, die zu den ältesten deutschen Urkunden am Niederrhein gehören. Professor Dr. Cardauns hat im Verlage Bachern zu Cöln die hohen Verdienste Konrads von Hochstaden, Erzbischofs von Cöln (1238—1261), gewürdigt. (Die Schreibweise ist bald Hohstaden, bald Hochstaden.)
Ich hob absichtlich diese beiden Kirchenfürsten hervor, da sie eine Zierde der Cölner Kirche waren und besonders letzterer vielfach mit der Neuerburg in Berührung trat und vielleicht öfters auf der Neuerburg geweilt und ausgeruht hat von den Stürmen seines vielbewegten Lebens. 112
