alles, daß der erste große Qeber ein Rheinlander war, und daß die erste große Hilfe von Cöln, meinem geliebten Cöln kommt! Nun werden Sie auch berechtigt sein, mir so viel Blinde zu schicken, als Sie nur wollen. Jeder wird willkommen sein, und auf diese Weise leidet die Armenfürsorge gamicht; denn diese Auswanderer werden eine große Erleichterung in Deutschland bedeuten, und uns können sie außerordentlich nützlich sein; wir haben die Hände voll genug für die Arbeit. Das ist ja das Schöne von dieser Organisation, daß sie eben immer nur gewinnt vom reichlichen Zusatz, von jeder Hand mehr, die bei der Arbeit tätig ist. Wenn erst der Bau vollendet ist, wird sich meine Kolonie ganz allein erhalten. Nur bis dahin brauche ich noch Hilfe! Mein Gott! Es hat sich so etwas noch nie von selbst erbaut! Aber da öffnet Gott die Hände und die Herzen: Das habe ich immer gesehen. Ich hoffe, daß ein Licht von den Blinden aus­gehen soll, das über die ganze Erde leuchtet; denn wenn erst die Maschine im Gange ist, dann werden die Blinden ebensoviele Bücher haben als die Sehenden, dann kann es in den rein geistigen Dingen große Gelehrte geben und ganz bedeutende Lehrer werden erstehen. Ich sehe die Zukunft schön und denke, daß jeder Groschen wie Tau sein wird und Frucht darunter keimt und reift.

Da ich nun leidenschaftlich gegen sogenannte Frauenarbeit bin, so möchte ich ein Heim schaffen, in welchem edle Frauen große Arbeit leisten und dirigieren werden, aber nicht Fabriks- und Zwangs­arbeit, sondern freudige Beschäftigung mit dem Schönen und Haus­industrien, die ich allein für Frauen verstehe! Jedermann denkt, ich werde dem Feminismus das Wort reden. Ich aber finde, daß harte Frauenarbeit eine ebenso herbe Anklage wider die Männer ist, als die öffentlichen Häuser.

Noch einmal tiefgefühlten Dank und unsagbare Freude!

gez. Elisabeth."

König Carol verlieh dem Verfasser dieses Buches, der in seinem 2bändigen illustrierten Prachtwerke: .Praktische Sozialpolitiker" eine größere Biographie über Carmen Sylva gebracht hatte, die Goldene Staatsmedaille für Kunst und Wissenschaft. Dieser guten Fürstin aber, nachdem König Carol und seine Regierung ihr endlich die finanzielle Last abnahmen, war es vergönnt, das Ideal, das sie angeregt hatte, auch verwirklicht zu sehen: in ihrer Blindenstadt nämlich ein glückliches und zufriedenes Völkchen untergebracht zu haben, frei von Not und Sorge, die ihrem Schöpfer täglich auf den Knien danken, ihnen einst an Carmen Sylva eine königliche, treusorgende Mutter gegeben zu haben.

Wie die hl. Elisabeth von Thüringen in ganz Deutschland fort und fort lebt als die große Wohltäterin der Armen und Verlassenen, so lebt auch in Rumänien unsere großherzige rheinische Elisabeth fort im Andenken des Volkes wie eine Heilige. Und so haben wir denn in voller Wahrheit wenigstens eine dieser beiden Elisabeth gar oft auf der Neuerburg wiedergefunden, und zwar eine Elisabeth,

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