die wir Rheinländer umstrahlt sehen vom Nimbus einer Heiligen der Barmherzigkeit, weil sie während ihres ganzen Lebens sich bewährte als eine würdige Schülerin und Nachahmerin der hl. Elisabeth von Thüringen. — Wir erblicken täglich von Rengsdorf aus die Lieblingsheimat von Carmen Sylva (wir sehen wenigstens täglich jene Wälder, die es der Carmen Sylva angetan hatten) und wir nehmen bei unserm Aufenthalt in Rengsdorf oder in der Umgegend meistens auch die zwei beliebtesten Ausflugsorte von Carmen Sylva in Augenschein, um uns an diesen beiden Orten und bei der Erinnerung an Carmen Sylva persönlich zu begeistern für die hohen Ideale der Nächstenliebe. Und diese 4 Orte heißen: Monrepos, Segenhaus (letzteres hatte sie dem Schreiber dieser Zeilen in ihrer idealen, spontanen Herzensgüte als Heim in seinen alten Tagen angewiesen, worauf er aber verzichtete), Braunsberg und die Neuerburg.
Mein Abschiedsgruß an die Neuerburg.
Es steht gar silberhell am Himmel Der Mond, beleuchtet geisterhaft Die altersgrauen Burgruinen, Von Hammerstein gebaut, geschafft.
Es schlafen drunten viele Toten, Die einstens, wie von Gott gesandt, Hier wirkten still nur Gutes, Großes Für Gott und trautes Wiederland.
Die Namen, die schon längst vergessen, Ich mühsam eben aufgefrischt, Beweisen, daß ihr Angedenken Hier zwar, bei Gott doch nie erlischt.
Was sie gewirkt im Westerwalde, Im Buch des ew'gen Lebens steht; Sie rufen's still aus'ihren Gräbern Euch zu, wenn ihr vorübergeht.
Ja, Neuerburg, aus deinen Mauern Strömt' einst gewalt'ger Segen aus Von deinen Rittern, deinen Knappen, Von Priestern in dem Gotteshaus!
Dem Armen hast du Brot geschaffen, In dir fand Unterdrückter Recht; O Neuerburg, zu allen Zeiten Bewiest du Nächstenliebe echt!
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