Marburg 1875. Chattische Niederlassungen sind aus manchen Ortsnamen der Pfarreien: Altenkirchen, Horhausen, Oberlahr, Peterslahr, Neustadt und Waldbreitbach a. d. Wied zu erkennen. Jbid. S. 3. Anmerkung: „Die Pfarrei Gebhardshain". Vergl. auch: Dio Cassius „Historiae Romanae", I. LIV., c. 30.) Im Jahre 55 v. Chr. schlug Julius Caesar eine Brücke über den Rhein, um einen Zug gegen die Sigambrer an der Sieg zu unternehmen. Aus gleicher Veranlassung machte er im Jahre 53 v. Chr. wiederum einen Rhein-Uebergang zum Kampf gegen die Sueben oder Chatten, welche seinen Feinden Hülfs- truppen geschickt hatten. (Vgl. „De bello Qallico", I. IV. c. 17sq; und I. IV. c. 9. sq.)
Dieser zweite Rhein-Uebergang ist für die Wied- Oegend interessant geworden.
Es ist nämlich durch die Untersuchungen des Archäologen Con- stantin Koenen in den Jahren 1896—1899 festgestellt worden, daß die zweite Rheinbrücke Caesars von der linken Seite des Stromes zwischen dem heutigen Urmitz und Weißenthurm angelegt wurde, in das Gebiet des heutigen Engers und Neuwied. Caesar führte seine Truppen aus dem Lande der Trevirer zu den Ubiern hinüber und fand daselbst eine günstige Aufnahme. An geeigneter Stelle ließ er ein Lager aufschlagen und stellte sehr genaue Erkundigungen an, auf welchen Straßen und Zugängen er sein Heer gegen die Sueben oder Chatten führen könnte. Da es sich um die Bewohner des heutigen Westerwaldes handelte, so boten sich ihm die Wege an der Wied aufwärts und links über die Berge der Wied oder durch das Tal bei Heimbach-Weis aufwärts nach Gladbach und Rengsdorf hin als Zugänge in das feindliche Land dar.
Nach heutiger Geographie wäre es ein Marsch über Neuwied, Niederbieber (castra hiberna = Winter - Quartier) und Waldbreitbach u. s. f., oder über die Höhenzüge bei Rengsdorf, Kurtscheid, Horhausen und Altenkirchen geworden.
Nachdem aber Caesar durch Kundschafter (der Ubier) erfahren hatte, daß seine Gegner sich weithin in tiefe Wälder zurückgezogen hätten, so ging er mit dem Heer nach einigen Tagen über seine Brücke in das Land der Trevirer zurück. (Vgl. „De bello Gallico", I. VI. c. 29.)
Wer mehr hierüber wissen will, schaffe sich die interessante Schrift „Waldbreitbach an der Wied" von Michael K roll, Druck und Verlag der Rhein- und Wied-Druckerei in Neuwied, an, der wir diesen Passus entlehnt haben.
B) Waldbreitbach als Dfapport.
Schon frühzeitig war Waldbreitbach bereits ein Pfarrort und ein Mittelpunkt des kirchlichen Lebens. Amtlich wird Waldbreitbach als Pfarrei in einer Urkunde vom 1. Mai 1250 genannt. (Kirchlich gehörte Waldbreitbach zu Trier und staatlich zum Kurfürstentum Cöln.) In
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