den Regesten der Cölner Erzbischöie ist nämlich vom 1. Mai 1250 vom Erzbischoi Conrad von Hochstaden (den wir genügend kennen lernten im vorigen Kapitel, da beim Kapitel über die Neuerburg zu­gleich auch die Vorgeschichte von Waldbreitbach, Niederbreitbach und Roßbach, Neustadt usw. mitbehandelt wird,) eine Urkunde, worin dieser Erzbischof bekundet, daß die Gräfin Mechtildis von Sayn dem Erzbischof und der Cölner Kirche folgende vom Erzstift lehnrührige Güter usw. sowie folgende Besitzungen des Novum Castrum (Neuer­burg) in der Pfarrei Breitbach an der Wied übertragen habe. Diese Urkunde ist bereits im vorigen Kapitel ganz ausführlich er­wähnt. Uns genügt der Tatbestand, daß im Jahre 1250 Waldbreitbach bereits eine Pfarrei war. Die meisten Pfarrer waren Ordenspriester vom Deutschen Orden. Man kann mit Recht annehmen, daß der jetzige Pfarrer Lux wohl der sechzigste oder achtzigste Pfarrer von Waldbreitbach sein mag. Und die letzten Pfarrherren Hermes, Baulig, Schenk und Lux waren gelehrte, seeleneifrige Priester, die dann an ihren schweren Seelsorgsposten, wo man oft mitten in der Nacht über Berg und Tal zu einem Kranken eilen muß, ihren Mann vollauf gestellt und einen guten kirchlichen und patriotischen Geist in ihrer Riesenpfarre gepflegt haben. Einen greifbaren Beweis von dem guten Geiste in der Pfarrei Waldbreitbach bieten die vielen Kloster- und Priesterberufe. Man kann geradezu von 4 Priester-Dynastien sprechen: Ditscheid, Kröll, Buhr, Knopp. Nach Beseitigung großer Schwierigkeiten, nament­lich nach glücklich erreichter Ablösung der Baupflicht durch den Fürsten v. Wied, der eine Ablösungssumme von 66000 Mark an die Pfarr­gemeinde Waldbreitbach zahlte, gelang es Pfarrer Hermes, im Jahre 1876/77 die jetzige einfache, aber geräumige und stimmungsvolle romanische Pfarrkirche zu erbauen. Der Turm der Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Das neue Pfarrhaus, das in das Gesamtbild des Ortes so glücklich hineinpaßt, wurde nach langjährigen, mühsamen Verhandlungen mit der Kgl. Regierung, welcher die Baulast obliegt, im Jahre 1915/16 gebaut unter Pfarrer Lux. Es bestand früher eine Vikarie in der Kreuzkapelle, wo ums Jahr 1700 noch eine beliebte Wallfahrt stattfand. Jetzt bestehen noch eine Pfarrvikarie zu Kurtscheid mit selbständiger Verwaltung und die neugegründete Vikarie Vierscheid. (So gerne hätte ich auch viel Schönes vom benachbarten St. Blasien, d. h. von der Nachbarpfarre Neustadt und seinem Pfarrer Schölten gesagt, wenn es in den beschränkten Rahmen einer historischen Schrift über Rengsdorf und Umgegend hineinpaßte.)

Da der' gegenwärtige Pfarrer und Definitor Lux die Pfarrkinder der Höhenortschaften von Vierscheid, Breitscheid usw. besonders zur Winterzeit die harten Gänge durch Eis und Schnee nach dem Pfarrort machen sah, wo mancher sich schwere Krankheit zuziehen mußte, so verdankt seinem guten Herzen und seiner Initiative die Vikarie Vier­scheid ihren Ursprung. Ihre Gründung war am 1. Januar 1918. Er setzte es durch bei der geistlichen Behörde zu Trier, nachdem die

167