Höhenbewohner die größten Qeldopfer gebracht hatten, daß sie nun ihre kirchlichen Pflichten leichter und freudiger in Vierscheid erfüllen können. Als erster Vikar wurde Herr Kaplan Joseph Klein in Vierscheid eingeführt.
Herr Pfarrer Lux wollte damit zugleich, ohne die bösen Anhängsel der großen Wallfahrtsorte, wie Nachtslogis, Pilgerherbergen |u. dergl. nach Vierscheid mitzupflanzen, den Aufschwung der uralten Wallfahrt zur schmerzhaften Gottesmutter daselbst aufs neue beleben und heben, was denn auch bei dem anerkannten, jseeleneifrigen Wirken des Herrn Vikars Klein bereits im ersten Jahre seiner Seelsorge zu Tage trat. __________
C) Waldbpeitbach als Sitz des Deutschen Ordens.
Kehren wir nun zur Vorzeit von Waldbreitbach, so weit wir sie nicht bereits im Kapitel von der Neuerburg erwähnten, zurück.
Waldbreitbach (früher auch geheißen: Breidbach, Brethbach, Breidtbach, Oberbreitbach, Graven (= Grafen) '.breitbach, Graven- breippach) bildete im Mittelalter mit einige|n anderen Orit|eneine sog. Honschaft, ein Beweis, daß Waldbreitbach damals nicht [sehr bevölkert war. Mechtildis, die verwitwete Gräfin von Sayn, übertrug im Januar 1247 (in Blankenburg ausgefertigt) durch eine Urkunde dem Deutschen Orden die Einkünfte von Gütern zur Tilgung seiner Verpflichtungen und stellt dafür Bürgschaften. Ihr Gemahl hatte wegen seines rauhen Charakters, wie wir bereits im vorigen Kapitel erfahren haben, manches auf dem Kerbholz, und vor seinem Tode trug er ihr für seine Seelenruhe seinen letzten Willen in bezug auf zahlreiche Werke der Nächstenliebe und Frömmigkeit auf. 'Der Erzbischof Conrad von Hochstaden bestätigte am 1. Januar 1261 an den Meister und die Brüder des Deutschen Ordens das „pro utilitate fratrum existentium in Prucia" ihnen von Mechtildis, ehemaligen Gräfin von Sayn geschenkte Patronat der Kirche in Brethbach (Waldbreitbach) in der Trierer Diözese, und verzichtet auf etwaige Rechte an demselben. Seitdem wurde die Pfarrei durch Ordenspriester versehen bis zur Auflösung der Commende.
In diesen beiden Urkunden lernen wir» also eine Niederlassung des Deutschen Ordens in Waldbreitbach kennen, der von der Gräfin Mechtildis sehr mit Wohltaten bedacht ward. Von dieser Commende aus wurde denn auch der Pfarrgottesdienst damals abgehalten. Die Gräfliche Familie hat sonder Zweifel die damalige Pfarrkirche, wovon noch der Turm steht, mit erbauen helfen.
Der gelehrte Pfarrer Hermes schreibt im Pfarr-Lagerbuch über die Deutschordens-Commende zu Waldbreitbach:
„Wann und wie das Deutschordenshaus hier entstanden ist, darüber ließ sich bis jetzt keine Aufklärung finden. Weder das Pro- vinzial-Archiv in Coblenz, noch auch das Urkundenbuch des Deutschen 168
