zehnten nach Uebergang des Patronates auf den Orden ist die Pfarrkirche durch denselben erbaut worden. Das jetzige Commendehaus ist offenbar erst vor etwa 200 Jahren erbaut (1703).
Die Commende gehörte zur Ballay Coblenz. Sie erwarb im Laufe der Zeit eine stattliche Anzahl von Qrundgütern vom Rhein bis zur Sieg, die sich im Prov.-Archiv zu Coblenz in einer Aufstellung von 1810 finden (666' Morgen). Daß das hiesige Ordenshaus ein hohes Ansehen genoß, beweist der Umstand, daß es 1548 zur Prov.-Synode nach Cöln eingeladen wurde."
Ausgiebiger schreibt über die Commende Pfarrer Kr öl 1 in seiner Schrift „Waldbreitbach":
„Der Deutsche Ritterorden verdankt seine Entstehung der werktätigen Nächstenliebe einer deutschen Bruderschaft, welche sich im Jahre 1128 zu Jerusalem gebildet hatte, um in dem zur Aufnahme von Pilgern aus Deutschland gegründeten St. Marienhospital die Kranken zu pflegen. Um diesem Werke christlicher Liebe eine festere Grundlage zu geben, bildete Herzog Friedrich von Schwaben aus den Brüdern dieses Pilgerhauses nach dem Vorbilde des Johanniter- und Tempelordens einen neuen, ausschließlich aus Deutschen bestehenden Ritterorden, welcher am 22. Februar 1192 die Bestätigung durch Papst Coelestin III. erhielt. Der erste Meister dieses Ordens war der rheinische Ritter Heinrich Walpod von Bassenheim b. Coblenz. Gleich den Johannitern und Tempelherren legten „die Deutschen Brüder der Kirche der hl. Maria zu Jerusalem" das dreifache Gelübde der Ehelosigkeit, der persönlichen Armut und des Gehorsams ab. Auch übernahmen sie die Pflicht des Kampfes gegen die Feinde des christlichen Glaubens. Demgemäß wurden die Brüder zunächst in Streitende, welche einen weißen Mantel mit schwarzem Kreuze trugen, und in Dienende eingeteilt, denen sich bald die geistlichen anreihten. Das 1191 eroberte Accon (Ptolmais) war der erste Hauptsitz des Ordens und seines Meisters, welcher späterhin auch Hochmeister genannt wurde. Schon unter dem vierten Hochmeister, Hermann von Salza, der vom Kaiser Friedrich II. die deutsche Reichsfürstenwürde erhielt, besaß der Orden zahlreiche Güter, Besitzungen und Privilegien im Morgen- und Abendlande, in Italien, Ungarn, den Niederlanden, besonders aber in Deutschland. Als aber der Eifer für die Kreuzzüge zu erkalten anfing, nahm Hermann von Salza das Anerbieten des Herzogs Conrad von Maßovien an, dem Orden das Culmer Land abzutreten, wenn dieser einen Teil seiner Ritter zur Bekämpfung der damals noch heidnischen Preußen schicke. So begannen 1230 die bis 1283 fast unausgesetzten Kämpfe des Ordens gegen die Preußen, wobei die Ordensritter durch zahlreiche Scharen von Kreuzfahrern Unterstützung erhielten. Die Eroberung wurde vom Orden sehr planmäßig betrieben: mit jedem Schritt, den er vorwärts drang, legte er Burgen an und besetzte sie mit Kriegsmannschaften und bevölkerte daneben die neuerbauten Städte (Culm, Thorn, Marienwerder) mit
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