gaste würden das Salz, der Sauerteig sein für die anderen und manchen Unfug verhüten helfen! Schon die Kurortpfarrer, die ja vor Qott auch alle Verantwortung für die Kurgäste ihrer Konfession tragen, da sie ihre Pfarrkinder sind während des Kuraufenthaltes, dürften mit dieser Einrichtung recht einverstanden sein. Leider betrachteten bisher manche Kurortsseelsorger die Kurgäste als Menschen, die sie kaum etwas angingen. Wenn dem Leib Ruhe gegeben wird, um mal die Gesundheit besser zu pflegen, dürfte doch wohl die unsterbliche Seele auch mal in Ruhe einen Gesundungsprozeß durchmachen! Von selbst würden dann auch manche Mißstände in Badeoder Kurorten, wenigstens in großem Maßstabe, wegfallen.
Glauben Sie nur nicht, daß dieser Wunsch nur bei katholischen Bade- oder Kurgästen von ernster Lebensanschauung besteht! Nein, er besteht auch auf evangelischer Seite. So habe ich es vor drei Jahren aufgefaßt, als ich meine evangelischen Freunde in Rengsdorf dankbar erzählen hörte von den herrlichen, begeisternden und sittlich kräftigenden Predigten des Herrn Pfarrers Knappmann. (Ich kann dies bestätigen auch von seiten der Kurgäste zu Rengsdorf in diesem Jahre. D. R.) Wenn Ihre Feder je etwas Nützliches geschrieben und zustande gebracht hat, dann schreiben Sie über diesen Punkt mal ein eigenes Schriftchen, und viele Protestanten und Katholiken werden Ihnen dankbar sein. Wenn im nächsten Jahre irgendwo in einem Kurort oder Seebad solche Konferenzen stattfinden und auch bekanntgegeben werden, werden viele Gutgesinnten dann grade dieses Seebad, diesen Kurort aufsuchen, wohlverstanden, daß die Lebensmittelfrage bis dahin auch wieder besser geregelt ist.
Grüßen Sie mir herzlichst Ihren Pfarrer K., meinen Freund - das wäre so der richtige Konferenzredner — und seinen redegewaltigen Kaplan Kl. N., vulgo P. Hermann, und seien auch Sie bestens gegrüßt von Ihrem N. N."
Diesem Briefe habe ich nur den Wunsch hinzuzufügen, daß er gute Früchte bringe. Ich brauche deshalb keine eigene Schrift zu verfassen: — dieser Brief redet Bände von der Notwendigkeit religiöser Konferenzen für alle Konfessionen. Es genügt mir, diesen Brief eines Mannes mit ernsten Lebensanschauungen hier als Schlußwort zu bringen. Der Brief wird schon zünden und Anklang finden, da mein Buch in weitesten Kreisen Verbreitung findet.
Kürzlich wurde durch die „Evangelische Frauenhilfe im Rheinland" unter Mitwirkung seines tatkräftigen Vorstandes in Barmen und des rührigen Pfarrers Knappmann in Rengsdorf im benachbarten Ehlscheid ein Erholungsheim eröffnet, wo manche stadtmüde Seele sich auch geistig erholen kann.
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