74 Heiligkreuz. Kirchliche Anstalten.

deshalb nicht standesgemäß leben könne und einen Kaplan haben müsse, wenn er seine Gesundheit nicht untergraben wolle. Nun wurde ihm für 1834 ein Zuschuß aus der Gemeindekasse von 750 Mk. bewilligt, damit sein Gehalt aufgebessert werde und ein Kaplan an­gestellt werden könne. Von nun an war mit Unterbrechung denn auch ein Kaplan bis zur Gegenwart in der Pfarrei tätig. Aber 1835 wurde kein Zuschuß gewährt und im folgenden Jahre der Zuschuß auf 540 Mk. erniedrigt. Der Gemeinderat widerstrebte dem Zuschuß sehr, indem er betonte, daß alle Ausgaben der Gemeinde aus Umlagen bestritten werden müßten, und die meisten Einwohner arme Taglöhner seien. Ein fast endloser Schriftwechsel zwischen Gemeinderat, Pfarrer, Bischöf­licher Behörde und Regierung war nötig, um das Wenige zu erreichen. Die Kompetenz des Pfarrers stellte sich 1855 auf 1614 Mk. und 1872 auf 1872 Mk., und der Kaplan bezog neben freier Station 120 Mk. Die Gemeinde leistete in diesem Jahre den alten Zuschuß von 540 Mk.

Im Jahre 1868 wurde die alte Orgel, welche zu klein für die Kirche war, verkauft und 1875 eine neue angeschafft; 1865 der Kreuzweg in der Kii'che errichtet und 1905 ein neuer prächtiger Hauptaltar für 27 000 Mk. gebaut. Eine Mission wurde in der Pfarrei gehalten 1864. Die Filiale Feyen erhielt 1849 eine neue Kapelle, 1900 das Allerhei- ligste und 1902 den Kreuzweg.

Die Filiale Heiligkreuz gehörte vor 1803 teils zur Pfarrei Me- dard, teils zu German, je nachdem Matthias oder Irminen die Grund­gerechtigkeit besaßen. Die Gesta berichten, daß die Kaiserin Helena hier eine prachtvolle Basilika zu Ehren des hl. Kreuzes und in Kreuzes­form erbaut habe. 1 ) Ende des 11. Jahrhunderts ist aber nur eine Kapelle hier vorhanden. Ein Priester vom hl. Kreuz, Drutwin, kommt 1238 vor und ein desgleichen Simon 1283.") In neuerer Zeit bedachten die Domvikare Anton Wiltz (1622) und Nikolaus Zier (1686) die Kreuz­kapelle mit Schenkungen. Im Jahre 1794 wollten die Franzosen die Kapelle zerstören, aber die männliche Tapferkeit der Frauen von Heilig­kreuz wehrte das Unglück von ihrem Heiligtum ab. Der Gottesdienst in der Kapelle bestand 1848 in 45 gestifteten hl. Messen, 8 Ämtern mit Predigt, einer Karfreitagspredigt und 9 Nachmittagsandachten, wofür dem Pfarrer als Entgelt 135 Mk. gezahlt wurden. In neuester Zeit wurde an die Kapelle nach Westen ein geräumiges Schiff angebaut und Heiligkreuz zur Kapellengemeinde mit einem Vikar erhoben.

An kirchlichen Anstalten bestanden in früherer Zeit -im Bezirke der Pfarrei zwei Hospitäler. Der Abt Ludwig (1169/88) gründete das Hospital des hl. Nikolaus 3 ), besonders für Aufnahme der Pilger, welche zahlreich nach St. Matthias kamen. Das Hospital stand im Vorhofe des Klosters links, wo jetzt das Küsterhaus steht. Im Jahre 1274 auf dem Konzile zu Lyon gewährten drei Bischöfe dem Hospital Ablässe und 1284 mehrere Bischöfe weitere Ablässe. Ein

'*) Gesta 1. 49. 2 ) MRUB. 3. 631, 1221. 3 ) Metrop. 1. 409; Marx, 2. 278.