Visitationsprotokolle von Irsch. 85

schneiden, die Gespannleute ein Fuder Heu ins Kloster fahren, die Un­tertanen einen Tag Trauben lesen, zwei Tage im Weinberg schneiden und dreimal jährlich zu pflügen. Im Weinberg Medemberg hat der Abt 32 Joch und die Pächter derselben sollen jährlich 2 Raderalb. Pacht zahlen. Von verkauftem Besitz haben die Schöffen den 20ten Pfennig zu beziehen. 1 ) Endlich wird 1484 bestimmt, daß die Pfarrgenossen dem Kloster zu hüten haben 100 Schafe, 14 Stück Rindvieh und 8 Schweine. 2 )

Der erhaltene Auszug aus dem Visitationsprotokoll von 1569 ist kurz und besagt nur: Pfarrer ist der Abt von St. Martin, Kaplan der Herr Georg. Er (wohl der Pfarrer) hat 20 Mltr. Korn und 2 Fuder Wein; Hockweiler ist Filiale.

Im Jahre 1609 3 ): 112 Kommunikanten, inkorporiert dem Kloster St. Martin, wird durch den Kaplan Peter von Echternach geleitet Patrone die hh. Georg und Wendalin. Der Kaplan ist nicht investiert noch geprüft. Drei nicht dotierte Altäre; drei Kelche, eine Monstranz Der Abt bezieht den ganzen großen und kleinen Zehnten. Der Vikar erhält 25 Tlr. und die Kost im Kloster; er hält Gottesdienst des Sonn tags und an den Apostel- und Marienfesten. Der Vikar klagt, daß er für die gestifteten Messen nur 3 Alb. erhält. Der Abt ist verpflichtet, Chor und Schiff instand zu halten, die Gemeinde den Turm. Den Meß wein stellt der Abt, die Gemeinde das übrige. Hockweiler ist einfache Kapelle, Patron der hl. Stephan, jährlich 2 Messen. Tauf- und Kopu lationsbuch nicht vorhanden, gefordert, daß sie angeschafft werden Die Fabrik hat 12 Tlr. und 14 Quart Öl Einkünfte.

Im Jahre 1656: 68 Kommunikanten, wird geleitet von Magnerich Rodt, Kaplan des Herrn Abtes. Die Fabrik hat an Geld 5 Gld., an Wachs nichts, an Öl 10 Maß. Zwei Wiesen zu 2 Fuder Heu, das jähr­lich versteigert wird, 2 Mg. Ackerland und 1 unfruchtbar. Aus einem Acker bei Hockweiler im 1. Jahre 2 Vierzel Korn, im 2. Jahre 2 Vierzel Hafer, im 3. Jahre liegt er brach. In Hockweiler sind gegenwärtig keine Einwohner (eine Folge des Dreißigjährigen Krieges).

Im Jahre 1769: Die Visitation wird in der Propstei abgehalten, weil kein Pfarrhaus vorhanden ist. Vikar ist der Hochwürdige P. Bern­hard Henn, Propst in St. Martin, schon seit 7 Jahren. Weltlicher Herr ist der Abt. Die Sakristei ist in sehr üblem Zustande, Pfarrer und Schöffen versprechen baldige Reparation. Kirchhof geschlossen, aber °hne Kreuz, versprechen, daß es bald angeschafft wird. Vikar fehlt, der Propst versieht lobenswert die Seelsorge, aber ohne Verpflichtung hier und da. Die Filialisten von Hockweiler und Körungen genügen ihrer Osterpflicht in Irsch oder St. Martin. Öffentliche Kapelle nur in Korlingen. Kommunikanten etwa 140.

Im Jahre 1771: Vikar ist der Professe von St. Martin, Alexander Allmacher. Kirche in gutem Zustande. Die Monstranz von Kupfer, Ve rgoldet; wegen Feuchtigkeit der Kirche ist die Hostie nicht immer v °rhanden, sondern wird für den Segen an den höchsten Festen konse-

1 ) Sachs-Schreiner, 2. 232.

2 ) Ebd. 2. 100. 3 ) TA. 17/8. 87 ff.