86 Die Filiale Filsch. Ihr Verhältnis zu Gusterath.
kriert. Sakristei in schlechtem Stande, die Pfarrgenossen versprechen Reparation derselben. Die Kapelle in Körungen ist benediziert, die in Hockweiler nicht. Kommunikanten etwa 165.
Im Jahre 1776: Pfarrer Matthias Gauer, Profeß in St. Martin, im 4. Jahre. Reliquien des hl. Wendalinus mit Authentik würdig aufbewahrt. Neue Sakristei mit neuem und gutem Wandschrank. Die Filialkirche in Körungen vor einigen Jahren neu erbaut und mit allem Nötigen versehen. Lehrer und zugleich Küster ein Laie, der bloß im Winter Schule hält. Zwei Hebammen in Irsch und Körungen, beide approbiert und von gutem Rufe. 196 Kommunikanten. Die Kirchenrechnungen werden jährlich schriftlich vor der Synode abgelegt; Klage, daß die Zinsen säumig eingehen.
Da von jeher kein Pfarrhaus in der Pfarrei vorhanden war, wurde das stattliche Propsteigebäude dafür benutzt, dieses ging auch 1803 für denselben Zweck mit anliegendem Garten und großer Wiese auf die neue Pfarrei über.
1. In Filsch (Vilge, Villsche, Fusa) hatte das Kloster St. Marien schon 973 und 1030 einen Hof mit 6 Bauerngütern. 1 ) Die Nonnen au? dem Martinsberge bei Trier (später Katharinen in der Stadt) besaßen 1245 die Gefälle der Kapelle zu Filsch -), diese war deshalb dem Kloster inkorporiert. In der Taxa generalis um 1330 ist Fusa zu 16 Schillingen eingeschätzt, mehr als verschiedene Pfarreien, während Gusterath nicht angeführt wird. Bei der Visitation im Jahre 1569 wird es als Kapelle unter Gusterath bezeichnet.'') Filsch wird 1630 mit Gusterath zusanv men visitiert.
Der Archidiakon bestimmte 1245, daß sowohl Filsch als Gusterath einen Taufstein haben sollten wegen der bedeutenden Entfernung zwischen beiden Orten, eineinhalbe Stunde. Von da an ist ein beständiges Schwanken vorhanden inbezug auf das gegenseitige Verhältnis der beiden Orte zueinander. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts sind zu Filsch fünf Geistliche als Pfarrer bezw. Vikare im Kapitelsbuche des Burdekanates angeführt") und erscheint dieses als Hauptort und 1771 entscheidet das Trierer Konsistorium, Gusterath habe sich als Filiale zu betrachten. 5 ) Im Jahre 1769 soll Filsch zu Gusterath visitiert werden, aber die Filscher erscheinen nicht und erklären, sie hätten eigene Pfarrei, und der Visitator gibt dem nach mit der Bemerkung, Filsch habe stets zum Burdekanat und Gusterath zum Dekanat Wadrill gerechnet; 1771 fordert aber die Behörde, Filsch habe bei der Visitation zu Gusterath zu erscheinen und sich als abhängig von der Pfarrei Gusterath zu betrachten; 1777 fordert sie von den Filschern, daß sie die Osterkommunion zu Gusterath empfangen, und 1780 verlangt sie unter Strafe von 2 Goldgulden, daß die Kinder von Filsch an allen Sonn- und Festtagen bis zum vollendeten 25. Lebensjahre wegen der Christenlehre in dem Gottesdienst zu Gusterath erscheinen. Der Pfarrer von Gusterath bezeichnet Filsch 1776 einmal als Pfarrei, das andere
*) MRUB. 1. 244, 302. 2 ) MRR. 3. 433. ») TA. 9. 60.
4 ) Naunheim, Burdecanatus (Trev. 1783) S. 36. 5 ) PR. 55 (1771).
