Visitationsprotokoll von Filsch. Filiale Tarforst. 87

Mal erklärt er, er wisse nicht, ob der Sitz der Pfarrei zu Gusterath oder Filsch sei. Neller, der zur selben Zeit lebt, in seiner Schrift über das Burdekanat (Opuscula 3. 92) erklärt:Die Kirche in Filsch ist also nicht Filiale von Gusterath, sondern schwache Pfarrei, vereint mit der schwachen Pfarrei (Gusterath) unter demselben Rektor."

Das Visitationsprotokoll von 1776 besagt: Pfarrer Peter Michels im 6. Jahre. Weltlicher Herr der Erzbischof, die Pfarrei be­steht aus Filsch und Gusterath. Es steht aber nicht fest und der Pfarrer weiß nicht, ob die Pfarrkirche in Filsch oder in Gusterath ist! Das Patronatsrecht steht der Priorin von St. Katharina zu, dem die Pfarrei inkorporiert ist, von welcher der jetzige Pfarrer ernannt wurde. Die Kirche ist im elendesten Zustande, sodaß das Elend nicht beschrieben werden kann, sie verfällt 14 Tage nach Ostern dem Interdikt, und dem Pfarrer wird aufgegeben, den Gottesdienst in Gusterath zu halten und die nötigen Schritte zu tun, damit die Kirche neu erbaut wird. Der einzige Hochaltar hat einen Tragaltar. Die Ornamente wie die Kirche in elendem Zustande, eine Alba, weder Superpelliz noch Talar; ein zinnernes Ziborium, ein Kelch mit silberner Kuppe. Pyxis fehlt; kupferne, vergoldete Monstranz; ewige Lampe brennt beständig; der Tauf- bronnen rein und verschlossen, im übrigen aber recht armselig; die zinnernen Ölgefäße im Tabernakel. Die Sakristei ist wie die Kirche baufällig, keine Kanzel, der Beichtstuhl in der Sakristei. Außer Missale und neuem Rituale kein Buch, weil kein Gottesdienst mit Gesang ge­halten wird. Der Kirchhof mit Hecke umgeben, mit Kreuz. Kein Vikar, keine Filiale, keine Kapelle, keine Pfründe, keine Bruderschaft, keine Hebamme. Einen Lehrer haben sie manchmal, manchmal auch keinen. 59 Kommunikanten. Kirchenrechnung wird jedes Jahr abgehalten, Klage wegen schlechtem Eingehen der Zinsen. Die Dokumente werden bewahrt in der Schöffenkiste, wenn Geld vorhanden ist, beim Pfarrer in der Stadt wegen Diebesgefahr. Pfarreinkünfte sind 7 Malter Korn, 1 Hafer, 10 Rtlr., vom Katharinenkloster 4 Ohm Wein, aus den Jahr- gedächtnissen 22 Reichstaler und die Stolgebühren.

2. Tarforst, 1135 u. 1217 Centarbers genannt, kommt in diesen Jahren unter- den Gütern von Maximin vor 1 ), neben Ruwer, Mertesdorf und Matten. Der Name ist lateinisch (= 100 Bäume) und scheint an­zudeuten, daß der Ort römischen Ursprungs ist. Tarforst gehörte seit je zur Pfarrei St. Michael bei St. Maximin und hatte seinen kirch­lichen Mittelpunkt in der wohl schon 1135 bestehenden Kapelle zu Matten, auf deren Kirchhof in älterer Zeit die Tarforster begraben wurden. Diese Kapelle hatte 1609 einigen Besitz in Wiesen, deren Ertrag für das Kloster Maximin verwendet wurde 1609 und auch 1657, und 1 Sextar öl an Jahreszins. Die'se Kapelle war 1609 eingestürzt, und der Abt von Maximin weigerte sich 1657 ausdrücklich, sie wieder aufzubauen, trotzdem er als Zehntherr dazu verpflichtet war. Nun er­bauten sich die Tarforster in ihrem Dorfe eine eigene Kapelle, die in einem Maximiner Weistum von 1695 alsneue" Kapelle bezeichnet

*) MRUB. 1. 483.