88 Filiale Tarforst.

wird % also erst kurz vorher errichtet worden war. Diese Kapelle wurde geweiht zu Ehren des Apostels Andreas. Auch ein Kirchhof wurde mit der Kapelle verbunden, auf dem wohl auch die nahegelege­nen Maximiner Höfe Tremelt, Geishof, Grünhaus und Matten ihre Toten begruben. Die Kapelle in Tarforst wurde 1780 neu erbaut und steht jetzt noch.

Die erste Kapelle hatte wohl von Anfang an Sonn- und Festtagen Pfarrgottesdienst, was auch vom Visitationsprotokoll von 1769 ausdrück­lich bemerkt wird, aber die Tarforster empfangen die Osterkommunion noch in der Pfarrkirche St. Michael. Vikar von Tarforst ist P. Alexan­der Melchior, Mönch im Kloster St. Maximin. Ebenso wird von diesem Protokolle und den folgenden Visitationen bis 1778 erwähnt, daß Tar­forst eine Schule zur Winterszeit habe und eine eigene Hebamme. Der Vikar von Tarforst residierte aber nicht im Orte, wie das Protokoll von 1774 ausdrücklich sagt.

Diese Entwicklung der Filiale Tarforst bis zur französischen Re­volution macht es begreiflich, was die Visitation der Pfarrei Irsch von 1805'-'), zu der 1803 Tarforst als Filiale geschlagen worden war, be­richtet:Die Filiale Tarforst bereitet noch immer Schwierigkeiten, da ihr Antrag, einen eigenen Geistlichen zu erhalten, nicht berücksichtigt wurde, ebenso der Wunsch einzelner, mit St. Paulin vereinigt zu werden", und daß die Sendschöffen von Irsch klagten, die Tarforster besuchten den Gottesdienst in Irsch nicht.

Im Lichte der Vergangenheit kann es auch leichter gewürdigt werden, daß die Gemeinde Tarforst heute wiederum mit Anträgen um Verselbständigung ihrer Gemeinde an die kirchliche Be­hörde herangetreten ist, daß sie deshalb ganz aus eigenen Mitteln ein Pfarrhaus mit Pfarrgarten angelegt, für einen diensttuenden Geist­lichen eine Naturallieferung und ein Pfarrwittum fest versprochen hat. Gegenwärtig weilt bereits ein emeritierter Geistlicher der Diözese in Tarforst im Genüsse von Haus, Garten und Naturallieferung mit dem von der Behörde verliehenen Rechte, an allen Sonn- und Feiertagen den vollständigen Gottesdienst für die Gemeinde zu halten, sowie die Sakramente der Buße und des Altares an Gesunde und Kranke zu spenden. Im übrigen ist die Gemeinde noch vollständig im Verbände mit der 3,50 km entfernten Pfarrei Irsch geblieben.

Die Kapelle ist klein und besitzt nur einen Altar, aber 2 Kelche, 2 Ziborien, eine Monstranz und hinlänglich gottesdienstliche Para- mente. Auch der Kreuzweg schmückt die Wände. Die Zahl der Haushaltungen belief sich 1695 auf 21, die Seelenzahl 1828 auf 230, 1845 auf 260, 1894 auf 420, 1901 auf 415, 1920 auf 420.

Im Jahre 1803 wurde die neue Pfarrei Irsch eingerichtet. Es wurden derselben als Filialen zugeteilt Tarforst, Filsch und Kern­scheid. Korlingen kam zu Gutweiler. Der Mattenerhof, der 1803 ver-

») Archiv Maximin 13. 301. 2 ) TA. 26/7. 216.