90 Die Pfarrei Mertesdorf.

f o r s t bereitet immer noch Schwierigkeit, da ihr Antrag auf einen eigenen Pfarrer nicht berücksichtigt wurde; die Sendschöffen klagten, daß sie den Gottesdienst in Irsch nicht besuchen, sie nannten sie das fünfte Rad am Wagen. Der Frühmesser in Kernscheid hält keinen Unterricht und liest die Messe zu einer Zeit, daß die Gläubigen noch dem Pfarrgottesdienst in Irsch beiwohnen können. Die Kirche ist in geziemendem Stande. Bei der Frage, wie die Pfarrgenossen dem pflichtmäßigen Pfarrgottesdienst beiwohnen, heißt es:Sie lieben die Stadt."

Prozessionen ehemals nach St. Matthias, St. Marien, zu den sieben Kirchen der Stadt; jetzt außer denen in der Bittwoche und St. Markus noch nach Gutweiler und Tarforst. Stolgebühren für Taufe und Aussegnung 12 Albus, Begräbnis mit zwei Sing- und einer Stillmesse 2 Reichstaler, Kopulation mit Messe ein Reichstaler 45 Petermänncher.

Reihe der Pfarrer.

1569 Peter Georg; 1609 Peter von Echternach; 1622, 1629 Rantz; 162959 Magnerikus Rodt; 1682 Bonifaz Reis; 176270 Bernhard Henn; 1771 Alexander Allmacher; 177680 Matthias Gauer; 1780 bis 1810 Johann Peter Kremer, alle Mönche von St. Martin; 181617 Adam Pleins; 181749 Matthias Servatii; 185060 Johann Wagner; 186171 Benedikt Heydinger; 187284 Georg Hegner; 188492 An­ton Joseph Eutenbach; 18921915 Matthias Bares; 1915 Franz Rupp.

12. Die Pfarrei Mertesdorf.

König Arnulf schenkte am 11. Febr. 893 der Abtei St. Maximin nebst 21 anderen Orten auch Matrihesdorf. 1 ) Eine Kapelle scheint schon 1140 in Mertesdorf vorhanden gewesen zu sein, denn Papst Eugen II. be­stätigt Maximin den Besitz vieler Ortemit den Kirchen", unter diesen Martini villa.-') Sie stand unter der Pfarrkirche von St. Michael bei Maximin und wurde besorgt durch einen Professen des Klosters. Abt Lambert von Maximin verlieh 1445 dem Dorfe das Recht, einen Tauf­stein zu besitzen und sich einen eigenen Geistlichen zu halten. In der Taxa generalis, dem großen Steuerregister um 1330 (B. 1, S. 30) ist Mertesdorf für nur 6 Schilling eingeschätzt, jedoch ein Zeichen, daß Mertesdorf gewöhnlich einen eigenen Geistlichen hatte.

Das Visitationsprotokoll von 1609'') besagte: Patron der hl. Martin, ein Altar, ein Kelch. Die Einwohner mieten sich einen Kaplan, damit sie nur an den höchsten Feiertagen zur Pfarrkirche St. Michael gehen müssen, und geben ihm 24 Taler und die Kost an den Sonntagen, und er hält den Gottesdienst alle acht Tage und an den Festen der Apostel und der Muttergottes. Der jetzige Vikar ist ein Professe des Franziskanerordens namens Friedrich. Die Gemeinde be­sorgt alles Nötige und die Reparation der Kapelle. Die Fabrik hat acht Taler Einkünfte.

*) MRUB. 1. 133. 2 ) Ebd. 516. 3 ) TA. 16. 7.