Visitationsprotokolle. Neuorganisation der Pfarrei. 93

Sieben Donnerfeste werden gehalten, die abgestellt werden sollen. Statt des Gastmahles für die Sendschöfen bei Ablage der Kirchenrechnung wird eine Maß Wein und Brot für einen Heller gefordert. Die Verord­nungen verfügen Abstellung der Klagen des Pfarrers, ein Ziborium und zwei Kasein, Abstellung der Donnerfeste, besseren Abschluß des Kirchhofes und Sicherung der Kirchenkapitalien und eine Hebamme.

Im Jahre 1739 sind die 1715 geforderten Verbesserungen ausge­führt, sonst ist alles im Stande, wie 1715. 112 Kommunikanten. Als Zehntherr für den Nußbaumzehnten wird das Bantusseminar ange­führt. Das Pfarrhaus ist in gutem Zustande, es fehlt aber der Keller. Die Fabrikkapitalien betragen 470 Reichstaler, der Pfarrer bezieht ein Drittel des großen und den kleinen Zehnten, von den Pfarrgenossen V/ s Malter Korn und 2 Malter Hafer, 5 Fuder Heu und aus den Stif­tungen 6 Reichstaler und 36 Albus, aus den neuangelegten Weinbergen 1 Ohm Wein. Der Pfarrer klagt, daß die Pfarrgenossen den Kartoffel­zehnten nicht liefern wollen. Die Verordnungen fordern unter Strafe des Interdiktes Verschluß des Kirchhofes, Wiederherstellung der Pfarr­gebäude nebst Keller, Einführung der Herz-Jesu- oder Rosenkranz­bruderschaft, Ablieferung des Kartoffelzehnten, Teilnahme an der Christenlehre alle zweiten Sonn- oder Festtage und größere Sorgfalt bei der Vermögensverwaltung. Eine gefallene Person wird verurteilt, einen Goldgulden zu zahlen an die erzbischöfliche Kasse und 3 Rtlr. an die Kirche, drei Mal nach St. Matthias zu wallfahrten und zu beichten innerhalb eines Monats.

Bei der Neuorganisation der Pfarreien im Jahre 1803 er­hielt Morscheid von der Pfarrei Osburg die Filiale Riveris. Als Zu­satzgehalt wurden 1807 von der Gemeinde für den Pfarrer festgesetzt: 6 Malter Korn, 6 Hafer, 6 Kartoffeln, 46 Faß Erbsen, 6 Faß Buch­weizen, 12 Zentner Stroh und 50 Pfund Werg, von Riveris je 3 Malter Korn, Hafer und Kartoffeln, 30 Zentner Stroh und 20 Pfund Werg. Im Jahre 1809 bestand das Wittum in 5 Morgen Land und 1 Morgen Wiese. Die Fabrik besaß 2 Morgen Ackerland, 3 Morgen Wildland, 12 Maß Öl, 800 Reichstaler Kapital. Die Stolgebühren betrugen 1809 für Kopulation 2 Reichstaler 36 Albus, für Taufe und Aussegnung je 6 Albus, für Begräbnis eines Kindes 18 Albus, für Begräbnis eines Erwachsenen mit Amt und 3 Messen 2 Reichstaler und 36 Albus, im ganzen jährlich 7 Reichstaler 18 Albus. Als Ertrag des Wittums wird 1858 angegeben 75 Zentner Heu, 30 Zentner Stroh, 2 Malter Korn, 4 Faß Weizen, 4 Malter 4 Faß Mischelfrucht, 4 Malter Hafer, 25 Malter Kartoffeln, dazu kamen 2^ Klafter Holz. Die Kompetenz des Pfarrers betrug 1848 1167 Mark, 1857 1374 Mark, 1891 1755, 1899 1428 Mark. An Stiftmessen waren 1853 nur 5 Ämter und 50 Lesemessen vorhanden. Der Kapitalstock der Fabrik betrug 1850 nur 2790 Mark, dagegen 1899 4398 Mark. Als im Jahre 1863 eine neue Pfarrkirche gebaut werden sollte (1864 wurde der Grundstein gelegt), wollte Riveris nicht mit­lachen, besuchte den Pfarrgottesdienst nicht und hielt für sich Laien- gottesdienst. Eine neue Kapelle wurde in Riveris 1853 gebaut und