94 Die Pfarrei Ruwer.
zwei Jahre später ein eigener Kirchhof angelegt. Von 1858 bis 1865 war die Pfarrei vakant. Eine Mission wurde 1896 in der Pfarrei gehalten.
Die Pfarrei wurde 1805 von Bischof Mannay visitiert. Das Protokoll besagt'): Die Katechese befriedigte, Pfarrer ist seit 1777 Matthias Minne. Morscheid mit Riveris und einigen Mühlen zählt 290 Einwohner, 220 Kommunikanten, einige wenige hatten ihre Osterpflicht • nicht erfüllt. Die Einkünfte des Pfarrers waren sehr gering. Seit dem Kriege gaben die Einwohner von Morscheid 4 Scheffel Roggen, 4 Hafer, 1 Schwarzkorn, 1 Malter Meidekorn, 2 Faß Erbsen, 40 Pfund Flachs, 16 Zentner Stroh dem Pfarrer, alles zusammen kaum den Wert von 200 Franken betragend, dazu kommen einige schlechte Wittumswiesen, von gestifteten Messen etwa 18 Reichstaler. Die Einwohner von Riveris haben noch nichts gegeben. Der Pfarrer ist entschlossen, die Pfarrei aufzugeben.
Die Kirche ist klein, doch eben ausreichend, schon ziemlich alt, wenig ausgestattet, drei Altäre, eine silberne vergoldete Monstranz, Ziborium von Zinn. Die ewige Lampe brennt schon seit dem letzten Kriege nicht mehr. Stolgebühren für Taufe und Aussegnung 3 Peter- männcher, vor dem Kriege 6, für Begräbnis eines Erwachsenen mit 4 Messen 2 Reichstaler 36 Albus, für Trauung 2 Reichstaler 36 Albus.
Reihe der Pfarrer.
1569 Henricus Bastoniensis; 1689—90 Nikolaus Hupperdingen; 1677 Johann Kremer; 1683 Johann Jakob Ellingen; 1692 Johann Peter Gulet; 1715 Dominikus Kuckeisen; 1739 Johann Lauteren; 1759—72 Heinrich Zimmer; 1778—1807 Matthias Minne; 1809 Johann Joseph Hau; 1810—24 Franz Seybel; 1824—46 Michael Bauer; 1848—56 Karl Müller; 1857 Christian Reuter; 1864—84 Heinrich Knecht; 1884—92 Karl Georg Busch; 1892—1900 Johann Vallender; 1900—11 Matthias Schuh; 1911 Peter Lamberty.
14. Die Pfarrei Ruwer.
Die ältesten Urkunden vom Jahre 646 und 816 "), welche von Ruwer berichten, sind zwar falsch, beweisen aber, daß St. Irminen sehr früh Besitzungen zu Ruwer gehabt hat. Dieselben waren aber wohl nicht so bedeutend, daß Grundgerechtigkeit oder aber kirchliche Rechte darauf gegründet werden konnten. In Ruwer rechts des Baches hatte die Abtei St. Maximin alte Besitzungen, die falscher Weise auf Kaiser Konstantin zurückgeführt wurden; das Gebiet links des Baches gehörte seit alter Zeit zum Stifte St. Paulin. Die Bewohner des Maximiner Gebietes unterstanden in kirchlicher Beziehung der Pfarrkirche St. Michael beim Kloster und wurden versorgt vom Kaplan des St. Nikolaus- Altares in der Abteikirche.
Das Paulinsstift besaß auf seinem Gebiete eine Kirche, welche der Dechanei des Stiftes einverleibt war und regelmäßig von einem Stifts-
x ) TA. 26/27. 203. 2 ) MR1JB. 1. 7, 49.
