96 Visitationsprotokolle für Ruwer.

lässig im Dienste, versprach aber Besserung. Für die hl. Ölung dürfen die Pfarrgenossen der Kirche geben, was sie wollen.

Im Jahre 1641: Die Pfarrgenossen von Ruwer kamen nach St. Wal- burgis, und dort wurde der Send gehalten. Eine Glocke ist durch die Soldaten geraubt worden. Der Kirchhof ist mit einer Hecke, nicht mit Mauer umschlossen. Die Zinsregister sind verloren gegangen. Im Jahre 1656: 60 Kommunikanten. Vikar ist Herr Johann Scheidtweiler, Vikar von St. Paulin. Der Dechant von Paulin bezieht alle Zehnten, soll aber dem Vikare seine Kompetenz geben. Dem Dechant liegt die Baulast für den Chor ob, der Gemeinde für Turm und Schiff, Gottes­dienst nur an Sonntagen. Die Fabrik hat 14 Tlr. Einkünfte, 3 Alb. an Wachs, an öl drei Sextare. Die Kartäuser sind zu drei Albus jähr­lich verpflichtet.

Im Jahre 1759: Gerhard Gill, Vikar von Pauiin, leitet die Pfarrei seit 1735. Die Zivilgerechtigkeit steht bei dem Kapitel von Paulin, die Straf gerech tigkeit bei dem Stiftspropst, eine Filiale hat die Pfarrei nicht. Der Dechant von Paulin ist der geborene Pfarrer, bis jetzt hat er immer einen Vikar angestellt. Die Kirche ist neu errichtet, Baupflicht liegt nach neuer Bestimmung dem Dechant von Paulin ob. Keine Re­liquien, keine Pyxis und keine Sakristei. Tauf- und Eheregister sind vor­handen, , es fehlt aber bis jetzt das Sterberegister. Der Pfarrer ver­spricht, daß er es bald beschaffen werde. Sie haben einen Frühmesser, zugleich Lehrer und Küster, Johann Gerartz, an Sitten und Kenntnis empfehlenswert, der, wie es sich gezeigt hat, die Jugend gut unter­richtet. Eine einzige Bruderschaft des hl. Sebastian ist vorhanden. Eine geprüfte und unterrichtete Hebamme ist angenommen und wird nächsten Sonntag den gewöhnlichen Eid ablegen. Ungefähr 200 Pfarrgenossen.

Im Jahre 1763: Pfarrer ist Theodor Bodenbach, Vikar zu St. Pau­lin. Frühmesser Mathias Schneiders, approbiert, der auch Lehrer ist und sein Amt sehr gut verwaltet, was sich klar ergibt aus der Kate­chese der Jugend, die sich gut unterrichtet zeigt. Etwa 300 Kommu­nikanten. Die Kirchenrechnungen werden in Zukunft besser gemacht und auch ein Rechner angestellt, dem ein Einnahmeregister übergeben wird. Pfarrer und Lehrer klagen, daß sie kein Schulhaus haben.

Im Jahre 1765: Die Brüder der Bruderschaft vom hl. Hubertus und Sebastian vertrinken im Wirtshaus 5 Kopfstücke. Das wird unter Strafe von 5 Gldgld. verboten. Die Kirchenrechnungen, bis jetzt un­ordentlich, werden verbessert nach dem übergebenen Formular. Be­sondere Ärgernisse sind nicht vorhanden, außer daß die Eheleute Feller sich ständig zerschlagen Material für den Bau des Schulhauses ist vorhanden, aber Eigensinnige haben den Bau verhindert. Befehl, so­fort anzufangen unter Strafe von 3 Gldgld.

Im Jahre 1767:. Vikar ist N. Birresborn, zugleich Lehrer. Etwa 300 Kommunikanten. Die Kirchenrechnungen noch schlecht, Verlust von Kapitalien. Im Jahre 1769: Schulhausbau noch nicht begonnen, Befehl, daß im Sommer gebaut und am Fest des hl. Michael von Pfarrer